1998 - Karibik -
ein Traumurlaub ...
in der Dominikanischen Republik
Es ist zwar schon eine ganze Weile her, doch es ist als ob es gestern
gewesen wäre, daß ich diesen Urlaub "ge-" und "erlebt"
habe, vieles habe ich nicht vergessen ...
Donnerstag, 3.9.98
Nachdem die Urlaubsvorbereitungen bereits am Vorabend abgeschlossen waren,
d.h. der Koffer ist gepackt, die Original Schweizer Toblerone, die Original
Lübecker Marzipankartoffeln, die Original Haribo-Lakritzschnecken, die
Flugtickets, die Reisepässe, die Traveller-Cheques, das Geld - also das
wichtigste für einen perfekten Urlaub - beisammen sind, können wir beruhigt -
ohne den berühmten Satz: "Schatz, hast Du das Bügeleisen auch
ausgeschaltet?" - gegen 8.30 Uhr mit U- und S-Bahn zum Flughafen
Fuhlsbüttel aufbrechen.
Mit einem 22 kg-Koffer inklusive Fliegenklatsche, werden wir unsere
erste Fernreise antreten. Die meisten Touristen im Flughafengebäude, hektisch
mit Koffern, Handgepäck und Kind am Arm, haben das "Panik-P", im
Gesicht. Für einige sind es die schönsten Wochen des Jahres - für andere das
Gereul: "Oje, 14 Tage Urlaub mit der Familie - mit der (eigenen)
Frau, den kleinen windel-verwöhnten Biestern, wie schön ist es doch im
Büro!"
Wir bilden den Anfang einer sich peu à peu bildenden Schlange am CONDOR-Schalter.
Ein schrilles "Sie müssen sich schon hier anstellen, wie wir auch"
- kommt aus einer mit zuviel Schmuck behangenen Donna Gracia. Sie bringt,
wie sich später herausstellt, ihre Tochter und ihren Schwiegersohn zum Flug in
die Karibik und hat nach ihrem wichtigsten Problem, nämlich dem, wo wir stehen,
nur noch ein Problem: "Wo ist hier die VIP-Longue?" Doch
leider befindet sich die Dame zumindest mit der Reihenfolge "des
Eingangs" im Irrtum. Es gibt am CONDOR-Schalter keine Trennlinie, und so
winkt uns nach kurzer Zeit die Bodenstewardess zum Einchecken an den
Familienschalter - Pech für Donna Gracia - ihre Familie wird erst viel später
an dem anderen Schalter abgefertigt. Sie entschuldigt sich jedoch noch bei uns
für ihren Irrtum.
Mit unseren Bordkarten versehen, treffen wir Sandra und Frank, einen
Arbeitskollegen von Michael und seine Freundin, die ebenfalls in die
Dominikanische Republik fahren wollen. Die beiden haben bereits zwei Wochen vor
uns gebucht, weil sie Angst hatten, daß alles bis dann ausgebucht sei. Sie
werden zwar auch nach Punta Cana fliegen - jedoch von dort aus eine über
dreistündige Transferzeit vom Flughafen nach Juan Dulio in Kauf nehmen müssen. Nachdem
sie sich von seinen Eltern verabschiedet haben, können wir in Richtung Abflughalle 82
aufbrechen.
Eine geschäftstüchtige Promoterin fängt uns ab und "verkauft" uns
auf dem Weg zur Ausweiskontrolle noch die "Blue American Card" - ein
Jahr Kreditkarte kostenlos zum Testen - und dann auch noch blau - die müssen
wir haben. Zusätzlich dazu gibt es noch einen repräsentativen goldenen
Kugelschreiber für unsere Ansichtspostkarten. Nachdem Sandra ausgiebig die
Geschäftsbedingungen studiert hat, können wir nun auch unser erstes Geld im
Duty Free ausgeben.
Nach den Personenkontrollen, wo ich mich logischerweise lieber von einem
Zollbeamten als von einer Zollbeamtin "be-piepsen" lassen will,
möchte ich mich dem Kaufrausch hingeben. Zigaretten sind jedoch das einzige,
was sich hier lohnt. Sonnencreme ist genug im Gepäck, Parfum brauche ich nicht
- so daß der Moment des Schwachwerdens ausfällt.
Gegen 11 Uhr wird unser Flug aufgerufen, und wir nehmen bewaffnet mit
den neuesten Frauenmagazinen, der GEO und der Frankfurter Rundschau unsere
gebuchten Plätze ein. Als Gegengeschäft für die von mir eingepackte
Fliegenklatsche, ohne die ich nie in Urlaub fahre, hatte Michael seinen
Wunsch (?) durchgesetzt und Nichtraucher-Plätze gebucht.
Wir kaufen uns Kopfhörer (unsere eigenen liegen gut verpackt im Koffer), um
das Bordprogramm zu verfolgen. Über die Sicherheitsvorschriften werden wir per
Monitor informiert. Pünktlich um 11.25 Uhr ist die Maschine, eine Boeing 767,
ready for teak off, und ein herrliches, für jemanden, der noch nie geflogen
ist, unbeschreibliches Gefühl macht sich in der Magengegend breit. Hamburg -
Schmuddelwetter - 14° C - ade - auf in die Karibik ...
Der Abflug wird von einer Videoanlage aus im Cockpit auf die Monitoren
übertragen, so daß wir den Start genau mitverfolgen können. Noch ein Blick nach
rechts und nach links, ein letztes Mal für Tage Hamburg live - dann beginnt der
Urlaub. Michael's Premierenflug kann sich sehen lassen. Der Flugkapitän meldet
sich über seine Sprechanlage, begrüßt uns und teilt uns einige Informationen
mit, so über Flugdauer (ca. 9 Stunden), Entfernung (ca. 7.600 km) und das vor
uns liegende Wetter.
Da die Klimaanlage auf Hochtouren läuft, werden die Kissen und Wolldecken,
die auf unseren Sitzen bereitliegen, sicher bald zum Einsatz kommen. Nachdem
wir unsere Flughöhe von ca. 8.800 m erreicht haben, werden wir von Jesus
betreut - nein, keine bange, wir sind nicht im Himmel, aber unser Steward heißt
so. Sicherlich ein gutes Omen. Ein Glas Sekt, ein Whisky - ein paar Erdnüsse
zum Knabbern - für den Anfang nicht schlecht. Danach wird eine Bauchtasche mit
grauen Wollsocken, Zahnbürste, Zahnpasta und Schuhanzieher verteilt, damit die
Hygiene nicht zu kurz kommt.
Nach einiger Zeit gibt es ein leckeres Zwischengericht mit Nachtisch und
danach die Gelegenheit zum Duty Free- Einkauf. Schon wieder kann ich nicht
widerstehen und kaufe neben Zigaretten noch einen Körperpuder, den ich mir
schon kürzlich auf Erden gönnen wollte. Somit ist das Taschengeld für den
Urlaubstag schon ver"braten".
Mit ca. 900 km/h - vorbei an Amsterdam, England, Irland, ganz weit entfernt
liegt Grönland, sehen wir endlich den Atlantischen Ozean. Das Wasser scheint
kein Ende zu nehmen. Für eine Nichtschwimmerin ein teilweise unangenehmes
Gefühl. Hin und wieder melden sich ein paar kleine Turbulenzen zu Wort, und
Anschnallen und Zigarette aus ist Pflicht.
Ich muß zugeben, daß das Nichtrauchen während dieses Fluges einige Male
durch ein heftiges Verlangen nach Nikotin unterbrochen wird. Da die Sitz-Grenze
zwischen Nichtraucher und Raucher nicht besonders gekennzeichnet ist, werde ich
mutig, als neben mir plötzlich eine Dame in der selben Reihe, im Mittelgang,
ihre Zigarette zückt. Sogleich greife ich nach den meinen, die sich oben in der
Gepäckluke befinden. Beobachtet wurde ich dabei argwöhnisch von einem älteren
Passagier, einem Eingeborenen aus einem der neuen Bundesländer, der vor mir
saß. "Nu, mir sitze Nischraucher" schnauzt er mich an. Was ein Glück,
daß ich keine "Verhüterlis" aus dem Handkoffer genommen habe, wer
weiß, was er mir dann entgegengeschmettert hätte.
Unbeeindruckt von seinem Gekeife genieße ich diesen Zug im Flug. Leider
reißt nach einer Weile eine Stewardess die sich zwischen Nichtrauchern und
Rauchern aufbauende Mauer ein. Raucher beginnt - grrrrrrr - direkt in der Reihe
hinter uns.
Wenn eine Lücke auf den Raucher-Plätzen zu sehen ist, ergreifen wir
(beide!) abwechselnd die Initiative. Zwischendurch kann man sich an der
Getränkebar bei der Bordcrew selbst versorgen. Ein kleiner Snack in Form von
Nudeln als Mittagessen (oder Abendessen) - Zeit spielt in der Luft keine Rolle
- erreicht unseren kleinen Klapptisch. Dann endlich Land in Sicht. Eine kleine
Insel ist zu sehen. Nun kann es nicht mehr lange dauern.
Die Uhren müssen wir nun wegen der Zeitverschiebung 6 Stunden
zurückstellen. Das ist eine angenehme Form, gegen das Alter zu kämpfen.
Gegen 15.15 Uhr nimmt der Flugkapitän, der sich zwischendurch immer mal
wieder meldet (das ist auch gut so, damit man weiß, daß es ihn auch noch gibt)
Kurs auf Punta Cana, und wir erwarten den Landeanflug. Auch dieser wird wieder
live auf die Monitoren geschaltet. Nach einer sehr guten Landung und dem
obligatorischen Klatschen der Pauschal-Touries verlassen wir das Flugzeug und
laufen erst mal gegen eine Klima-Mauer. Die sicherlich 32°C sind
gewöhnungsbedürftig, genauso wie die hohe Luftfeuchtigkeit.
Wir tragen lange Hosen, um uns von denjenigen zu unterscheiden, die wieder
in kurzen Hosen Richtung Deutschland einchecken. Der Flughafen besteht aus drei
palmbedeckten Häuschen, in denen Ventilatoren um die Wette rotieren. Merengue-Musik,
präsentiert von drei freundlichen Dominikanern, erreicht unsere Ohren, bunt
gekleidete Dominikanerinnen, mit Fotoapparaten bewaffnet und dem ebenfalls
freundlichen Lächeln im Gesicht (später läßt sich das so deuten: Deine
Dollars kriege ich auch noch), bereiten uns einen überaus stimmungsvollen
Empfang.
Wir müssen das Einreiseformular noch vor Ort ausfüllen, da unser
Reiseveranstalter von diesen Exemplaren keine mehr vorrätig hatte. Die ersten
Dollars wandern ab.
Wir verabschieden uns von Sandra und Frank, da sich nun unsere Wege
trennen. Unser Ziel ist das *****-Hotel Fiesta Beach in Bavaro.
Ein paar weiße Zähne, die einem der zahlreichen Kofferträger gehören,
blitzen uns an, murmeln was von Krützer ? (sollte Kreutzer, unser Veranstalter
sein), schnappt unseren Koffer und begleitet uns zum Bus. Dieser sieht
einigermaßen vertrauenswürdig aus und ist voll-klimatisiert.
Wir setzen uns in die letzte Reihe und warten auf die Abfahrt. Mit uns im
Bus befinden sich noch ca. 12 andere Deutsche, die mit uns in die
unterschiedlichen Hotels transportiert werden. Die Fahrt führt an Palmenhainen,
Rindern, Hühnern, blühendem Hibiskus, Menschen, die in Bretterbuden leben (aber
zufrieden sein sollen) und manchmal uns zuwinken, vorbei.
Wums - ein Schlagloch - es sollte nicht das erste sein - macht uns mit den
Straßenverhältnissen in der Karibik vertraut. Thomas, unser dominikanischer
Reiseführer, klärt uns ein wenig über die Mentalität der Menschen und
Landesgewohnheiten auf.
Die Transferzeit zu unserem Hotel soll ca. 10 dominikanische Minuten dauern
(für Insider: ca. 30 Minuten nach deutscher Zeit). Bei seinen Ausführungen
erzählt er uns, daß der Rum das Volksgetränk Nr. 1 ist, beim Frühstück ein Muß
und so - frei übersetzt - die Dominikaner den ganzen Tag am Frühstücken sind. Dann
erklärt er uns, daß Rum das Viagra der Karibik sei - Potenzia ist das
"geflügelte Wort" für Rum. Na, das kann ja heiter werden.
Die erste All-Inklusive-Anlage, die uns gezeigt wird, ist geräumig, hat
vergitterte Fenster - leider keine Klimaanlage und ist das örtliche Gefängnis. Wasser
und Brot - all inklusive.
Aus der letzten Reihe hat man einen guten Überblick über die Fahrweise des
Busfahrers und der Landsleute. Plötzlich kommt uns ein Bus entgegen, der Fahrer
überholt einen langsam fahrenden Traktor, nebenan noch ein
Motorradfahrer -wirrwarr total. Aber es geht noch mal gut. 70 % der
Dominikaner fahren hier ohne Führerschein, die anderen 30 % können diesen an
einer Tankstelle erwerben. Eine Promillegrenze existiert nicht, und TÜV ist ein
Fremdwort, für das es keine Übersetzung gibt.
Das erste Hotel was angefahren wird, ist das Paradisus, ebenfalls ein
*****-Hotel. Die Ressort-Schranke muß per Hand geöffnet werden, bei der ersten
Bodenschwelle (ca. alle 100 m), damit die Autos hier nicht rasen, hängen wir
mit unseren Köpfen an der Decke. Zwei Touristen verlassen mit ihren Koffern den
Bus, und wir verlassen das Gelände auf dem selben Weg.
Nach 10 Minuten erreichen wir das Fiesta Beach. Bei der Einfahrt geht die
Schranke vollautomatisch auf - die Bodenwellen verursachen keine Kopfschmerzen
mehr - na, wer sagt es denn, wir haben es sicherlich gut getroffen.
An der Rezeption hält der Bus, und wir steigen mit noch 4 anderen Deutschen
aus. Unser Gepäck wird am Eingang plaziert, damit wir in Ruhe einchecken
können. Wir geben unsere Hotelvoucher ab und erhalten sodann den Zimmer- und
Safeschlüssel. Dazwischen werden wir mit einem rosa Bändchen ausgestattet, das
wir den ganzen Urlaub über tragen werden. Das gibt uns das Recht, an allen
kulinarischen und (hoch)prozentualen Riten teilhaben zu können, ohne extra
dafür zu zahlen.
Estefan, ein freundlicher Kofferboy, nimmt uns in seine Obhut. Mit
Körpersprache deutet er uns an, daß wir auf seinem Elektroauto Platz nehmen
sollen, und er bringt uns nach wenigen Minuten zu unserem Zimmer - Nr. 2126. Die
anderen Touries aus unserem Bus müssen zu Fuß gehen. Wir belohnen seine
Freundlichkeit mit ein paar Marlboros und einer handvoll Dollar. Zufriedenheit
auf beiden Seiten.
Unser Zimmer besteht aus zwei sog. Queensize-Betten, zwei bequemen Sesseln,
einem Glastisch, einem Kleiderschrank, einem Fernsehapparat, einem Kühlschrank,
einem Schreibtisch, einem Balkon und einem Badezimmer mit Dusche.
Endlich Hände waschen - frisch machen. Doch weit gefehlt - in der Anlage
wird gerade etwas repariert, und das einzige, was dem Wasserhahn kommt, ist
heiße Luft. Aber wir haben noch unsere Erfrischungtücher, und so kommen wir
über die erste Runde. Eine kalte Dusche wäre zwar jetzt angebracht gewesen -
aber nun, erst mal Koffer auspacken.
Nach kurzer Zeit befindet sich alles da, wo es hingehört, und wir
beschließen, die erste Bar aufzusuchen und ein Erfrischungsgetränk zu uns zu
nehmen. Da wir noch nicht wissen, wo man hingehen kann, landen wir in der Bar
gegenüber der Rezeption. Dort trinken wir den Tagescocktail und kommen mit
einem Paar aus Lippstadt ins Gespräch, die mit uns angereist sind. Ich
genehmige mir einen Kaffee und mache mich gleich mit den weiteren Gewohnheiten
des Landes bekannt. Kaffee um diese Zeit ist Espresso und man kann ihn erst mit
mindestens zwei Löffeln Zucker zu sich zu nehmen. Na ja, macht nix - ich werde
noch dahinter kommen.
Wir gehen wieder zu unserem Zimmer, wo wir jetzt auch fließendes Wasser
vorfinden. Ein Griff in den Kühlschrank beweist die Theorie, daß Frauen und
Technik nicht zusammen passen. Ich hatte das Kabel nicht in die Steckdose
gesteckt, und so schmolz die Toblerone vor sich hin. Aber Gefahr erkannt -
Gefahr gebannt - sollten wir nachts zurückkommen, ist der Kühlschrank
sicherlich mit gekühlten Getränken bestückt, und es mangelt uns an nichts
(Aufklärung gleich zu Beginn: Irrtum - dieses Angebot gilt für ein anderes
Hotel - nicht für unseres, ich hatte es wohl in einem Katalog von TUI-Reisen
gelesen).
Frisch gestylt und neu gewandet beschließen wir, das Restaurant zu suchen. Es
befindet sich gegenüber unserer Bungalow-Anlage. Da uns der Hotelprospekt
darauf hinweist, daß Mann in langer Hose und schulterbedeckt zum Essen geht,
quält sich Michael, angesichts der Tropentemperaturen eine Strapaze, in seine
schwarze Jeans und sein langärmeliges Hemd.
Gerade wollen wir die Treppe nach unten gehen, als wir sehen, daß bei
Nicole und Dietmar (dem Paar aus Lippstadt) etwas passiert sein muß. Sie stehen
auf dem Flur, und es sieht nicht so aus, als daß sie essen gehen wollen/können.
In ihrem Zimmer spielt sich gerade die Jahrhundert-Sinntflut ab. Dazwischen
wuseln zwei nur spanisch sprechende Monteure, Putzfrauen mit Feudel und barfuß,
die versuchen, das Unglück zu trocknen bzw. abzuwenden. Aus der Decke kommt das
Wasser geschossen (sicherlich ist die Klimaanlage defekt) und dazwischen
befinden sich die Stromleitungen - welch Idylle. Das Zimmer steht schon ca. 10
cm unter Wasser, und die Schuhe und Tüten schwimmen um die Wette. Da Dietmar
keiner Fremdsprache mächtig ist und scheinbar keinerlei praktische Erfahrung im
Umfang mit der Lösung von Problemen hat, beschließen wir, die Initiative zu
ergreifen und machen uns auf den Weg zur Rezeption.
Dort beschreiben wir die Umstände und bitten um ein neues Zimmer. Gott sei
Dank fragte ich nach "a new room" und nicht nach "an other
room", um der Gefahr aus dem Weg zu gehen, daß der nicht besonders gut
englisch sprechende Portier mich hätte eventuell falsch verstehen können und
für ein nasseres Zimmer gesorgt hätte. Danach tragen wir die ganzen Sachen nach
oben in den zweiten Stock, wo die beiden ein anderes Zimmer zugeteilt bekamen. Nach
einer ganzen Weile kommen dann auch sie zu dem Tisch, den wir im Restaurant
unter einem frischluftverteilenden Deckenventilator gefunden haben.
Auf den ersten Schrecken genehmigen wir uns ein Bier und geben uns dann dem
Genuß des Essens hin. In der ersten Schale des ca. 6 m langen Buffets befinden
sich Spaghetti - gefolgt von Penne mit einer roten, scharfen Soße, Pommes
frites, Blumenkohl, Hähnchenteile, Roastbeef, Schweinesteaks, Brokkoli, Reis,
Erbsen und Karotten, auf der Rückseite finden wir Tomaten, Eisbergsalat,
Gurken, Auberghinen, div. Salatsoßen, Kartoffelsalat, Nudelsalat, Pilzsalat. Die
Spezialitätenecke entdecken wir leider erst am zweiten Tag, doch dazu später. Nachdem
wir zwei bis dreimal unsere Teller mit den Köstlichkeiten gefüllt haben, ist
noch Platz für Nachtisch. Creme Caramelle, Kokostorte, Lemonentorte,
Schweinsöhrchen, Ananas, Guyava, Wasser- und Honigmelonen, Bananen - alles was
man sich vorstellen kann - Eis, Mandelsplitter - ein Angriff auf jede
BRIGITTE-Diät.
Zur Einstimmung auf laue Karibiknächte hat das Hotel drei Musiker
engagiert, die uns ihre Ständchen bringen. Als sie Michael sehen, merken sie
spontan, da paßt kein: Adios Muchachos und spielen einen Song von Elvis
Presley. Für ein paar Dollars wandern sie von Tisch zu Tisch.
Nach dem Essen beschließen wir, uns noch einen Abschlußdrink in der
Hotelbar zu gönnen. Pina Colada - con potenzia - danach schlafen wir wie im
siebenten Himmel.
Freitag, 4.9.98
Unglaublich, aber wahr. Es ist 6 Uhr morgens, und wir sind putzmunter. Kein
Wunder, bei uns in Deutschland ist es jetzt schon Mittagszeit. Knurrende
Geräusche aus der Magengegend ziehen uns magisch zum Frühstücksbuffet. Bikini
und Badehose - Sonnencreme - was zum Lesen - mehr brauchen wir nicht. Die
Strandtücher bekommen wir nachher am Pool. Auf geht's.
Nach einem freundlichen "Hola" und "Buenos dias" nach
allen Seiten, suchen wir uns einen luftigen Platz. Wir sind mit einer handvoll
Touristen die einzigen, die schon wach sind. Nach einer Gutenmorgen-Zigarette,
jedoch nicht der ersten, beschließen wir dann auch, uns das Buffet etwas näher
zu betrachten. Orangen-, Ananas-, Pfirsisch- und Melonensaft - alles frisch
gepreßt - laden zum Erfrischen ein. Köstlichkeiten, soweit das Auge reicht. Angefangen
von Rühreiern, knusprigem Schinken, kleinen Bockwürstchen, Spiegeleiern, Toast,
gekochtem Schinken auf der einen Seite, einer Vielfalt von frischem Obst,
Salami, Mortadella und diversen Käsesorten auf der anderen Seite, Croissants,
Donuts, dunklem und hellem Brot, Schokoladenbrötchen, Weißbrot, Cornflakes,
Joghurt, div. Marmeladensorten.
Die von mir als merkwürdig fleischfarben anzusehende Bratwurst entpuppt
sich im Nachhinein als gekochte Banane. Ts ts ts - wo bleibt da der Gourmet?
In der Spezialitätenecke können wir uns ein Omelette frisch zubereiten
lassen - mit Käse, Schnittlauch, Tomate, Schinken, was man(n)/frau will.
Nachdem wir gründlich die Bikini- bzw. Badehosen-Figur ruiniert haben,
können wir am Pool kostenlos unsere Urlaubs-Strandlaken entgegen nehmen, die
jeden Tag ausgetauscht werden.
Nach einem ausgiebigen Sonnenbad wird es Zeit für die erfrischende Dusche,
damit wir dann um 12 Uhr zu unserer Reiseleiterin gehen können. Sie empfängt
uns zu einem Begrüßungscocktail, den wir dann aber selbst holen mußten (sonst
würden wir auf diesen sicher jetzt noch warten). Menschentrauben bilden sich an
ihrem Informationsstand. Es sind Gäste, die schon wieder an ihre
Abreiseformalitäten denken (müssen) oder Ausflüge buchen wollen. Nach einiger
Zeit begrüßt sie auch uns und erklärt uns das ein oder andere, was wir
größtenteils aber schon aus den Reiseführern wissen. Dann werden uns die bei
unserer Ankunft in der Dominikanischen Republik für das Einreiseformular
entrichteten $ 10 pro Person erstattet.
Für den Fall, daß wir nicht wissen, wohin mit dem Geld, macht sie uns
diverse Ausflüge schmackhaft. Da wir uns das in Ruhe überlegen wollen, nehmen
wir erst mal die Preislisten mit, um uns später zu überlegen, welche Trips wir
mitmachen wollen. Dabei spielt der Preis eine nicht unerhebliche Rolle. Der
günstigste Ausflug kostet immerhin über $ 50 pro Person und ist nichts
besonderes.
Mit reichlich Appetit zieht es uns dann zum Mittagsbuffet. Wieder erwarten
uns alle Köstlichkeiten, die man sich vorstellen kann. In der
Spezialitäten-Ecke gibt es heute Merlin-Fisch, gegrillt, sowie Lammkotteletts. An
der Theke wieder zwei verschiedene Nudelsorten, Hähnchen, gebackene
Auberghinen, Steaks, Beilagen wie oben schon beschrieben. Auch die Salatbar
umfaßt wieder alle Salatsorten, die man sich vorstellen kann. Als Nachtisch
winken wieder die frisch hergestellten Torten, div. frisches Obst und natürlich
auch die Creme Caramel.
Nach fast zwei Stunden Mittagessen und anschließendem Schatten-Bräunen
raffen wir uns zu einem Spaziergang auf. Wir wollen uns heute mit Nicole und
Dietmar den Rest der Hotelanlage anschauen.
Zuerst kommen wir an den kleinen Shops vorbei, u.a. an einer Parfümerie,
Friseur, Massagesalon und gleichzeitig Apotheke und an einem Souvenir-Lädchen. Dort
schauen wir uns um und kaufen schließlich ein paar Postkarten, die wir in Kürze
nach Hause schicken wollen. Um den Postversand zu beschleunigen hat die
Dominikanische Post mit der Bundespost eine Vereinbarung getroffen, wonach
Urlaubspost in drei bis vier Tagen am Zielort sein soll. Diesen Versand lassen
sie sich dementsprechend bezahlen. Die Karten werden sodann mit
Bananen-Aufklebern versehen - und ab geht die Post. Neben allerlei Getränken,
Sonnencremes, Insektensprays fallen einige Naschereien ins Auge. Eine Tüte
Haribo kostet hier tatsächlich fast DM 10,--.
Da es noch eine weitere Ladenzeile beim Hotel Fiesta Bavaro gibt,
beschließen wir, uns auf den Weg zu machen. Wir kommen an den anderen Bungalows
der Hotelanlage vorbei, die im gleichen Stil wie unsere gebaut sind. Dazwischen
befinden sich hübsch in die Landschaft eingegliedert die anderen
Swimmingspools, die, im Gegensatz zu unserem, mit einer Swimm-Inn-Bar versehen
sind. Dort geht es auch gleich lauter zu.
Auf dem weiteren Weg werden wir vom Anblick weißer Vögeln fasziniert, die
es sich auf den drei Bäumen in der Nähe dieser Einkaufsmeile gemütlich machen. Es
sind Ibisse, die sich dort des nachts aufhalten. Manche sehen ganz niedlich
aus, da sie noch organgefarbenen oder gelben Flaum auf den kleinen Köpfchen
tragen.
Nach ca. 15 Minuten erreichen wir die anderen Geschäfte. Die Verkäufer,
mangels Kauf(frei)williger, wollen uns gleich in ihre Geschäfte zerren. Einen
Schmuckladen betreten wir, da uns die Auslagen sehr gut gefallen. Wir schauen
uns alles in Ruhe an und Michael wird auf seine Tätowierung, den Merlin,
angesprochen. Die Verkäuferin fragt scheu: "Du Merlin?" - Vielleicht
hätte er "ja" sagen sollen.
Es gibt hier eine zahlreiche Auswahl an Bernstein-Schmuck und Laminar. Laminar
ist ein Edelstein, der in der Dominikanischen Republik abgebaut wird, Bernstein
findet man in rauhen Mengen hauptsächlich an der Nordküste der Insel. U.a.
zeigt man uns eine interessante Machart von Ringen. Die sog.
"Happy-Hour-Ringe". Zwei feine Ringe sind mit einem Kugelgelenk
versehen, so daß man die Ringe drehen kann - mal mit Bernstein - mal mit
Laminar - mal mit einem Brillant - mal mit einem Opal.
Als wir in den Augen des Verkäufers zuviel "lookie, lookie"
gemacht haben, und doch nichts kaufen , macht er noch einen dummen Spruch von
wegen "wenn Du viel lookie lookie - besser sag bye, bye". Wir
beschließen weiterzugehen.
Als nächstes Geschäft folgte dann noch ein Friseur und nebenan das im
All-Inklusive-Angebot beinhaltete Fittness-Studio. Da man sich dort aber vorher
anmelden muß und die Menschenmasse auf engstem Raum transpirieren muß,
streichen wir diese sportliche Betätigung von unserer "Hitliste".
Langsam wird es auch dunkel, und wir beschließen, zu unserer Anlage
zurückzugehen.
Das Abendessen ist wieder sorgsam ausgewählt. Kaum verläßt eine Spaghetti
ihre Schale, wird sie vom Hilfskoch abtransportiert und wieder neu aufgefüllt. Heute
gibt es auch Muscheln in einer leckeren Tomatensoße und frittierten Fisch.
Ein "ach Du Scheiße" vom Nebentisch läßt uns aufschrecken. Eben
läuft eine ausladende Deutsche mit einem Silberkleid am Tisch vorbei - schluck
- mit so einem Anblick haben wir nicht gerechnet. Im Nachhinein stellt sich
heraus, daß es sich dabei um eine Frau aus dem Schwäbischen handelt, die nicht
nur durch ihre unpassenden Klamotten auffällt, sondern auch durch andere
Peinlichkeiten. Auf diese Touristin werde ich aber später nochmals zu schreiben
kommen.
Zeit zum Essen muß und soll man sich auf jeden Fall nehmen, man möchte ja
alles mal probieren und nicht das essen, was man auch zuhause hat. Aber an den
Fritten kommt kaum einer hier vorbei. Kurz vor 22 Uhr verlassen wir dann das
Restaurant Uva und gehen zur Animation.
Sehr einfallsreich ist die Animation nicht, das haben wir schon bemerkt. Es
wird Musik gespielt und damit besteht Gelegenheit zum Tanz.
Da Michael gerne mit den Delphinen schwimmen möchte, ein Ausflug der
besonderen Art, der jedoch auch seinen Preis hat (nämlich 65 $), frage ich an
der Rezeption nach, wie man diesen Ausflug buchen kann. Barbara, eine gebürtige
Frankfurterin, bittet uns, einen Moment zu warten, da gleich ein Reiseleiter
käme, bei dem die Buchung möglich sei. Als Michael nach einiger Zeit
zurückkommt, strahlt er über das ganze Gesicht. Er darf als sog. Volontär am
Sonntag "umsonst" mit den Delphinen schwimmen. Wir sollen darüber
jedoch nicht reden. So brauchen wir nur zwei normale Eintrittskarten zu kaufen.
Da der Spaziergang bei den herrschenden Temperaturen strapaziös war,
beschließen wir dann auch, schlafen zu gehen. Mit einem zufriedenen,
strahlenden Lächeln und der Vorfreude auf ein tolles Erlebnis schläft Michael
ein.
Samstag, 5.9.98
Wieder sind wir früh aufgestanden, haben unsere Badesachen geschnappt und
sind zum Frühstücken gegangen. So früh hat man auch mal Zeit, die übrigen
Hotelgäste ein wenig zu betrachten.
Huch, eine ca. 70-jährige, blondierte und 160 cm kleine Frau kommt mit
einem langen Elend (ist wohl ihr Sklave) im Schlepptau ins Rampenlicht. Um den
Bauch trägt sie ihren Gold/Geldbeutel, in dem sicherlich ihr Flugticket (und
seines natürlich auch) und ihre Barschaften aufbewahrt werden. Die ganzen
Urlaubstage hat man sie nicht mehr ohne Geldgürtel gesehen.
Gegen 9.30 Uhr sind auch Nicole und Dietmar aufgestanden, und nachdem er
seinen Durst, den, wie er ihn immer nannte, einer "Bergziege"
befriedigt hat, äußert er wiederum seinen Wunsch, daß er sich unbedingt die
RIU-Hotelanlage ansehen wolle.
Da uns Bewegung auch gut tun wird, und wir nicht immer nur auf der faulen
Haut liegen wollen, beschließen wir, uns dem anzuschließen und machen uns nach
dem Frühstück auf den Weg. Nach einigen Metern verliere ich in der Strömung
einen meiner Badeschuhe, und Michael ist es zu verdanken, daß ich ihn
wiederbekomme, obwohl ich ihn schon längst abgeschrieben habe. Bequemer ist es
jedoch, ohne Schuhe zu laufen. Die Quittung für das Spazieren am Nachbarstrand
sind schwarze Teerfüße, die später nur mit Nagellackentferner wieder weiß
werden. Frau muß sich nur zu helfen wissen.
Wahrscheinlich bedingt durch unsere (noch) helle Hautfarbe werden nach
kurzer Zeit die Verkäufer von div. Büros für Ausflugsfahrten angelockt. Nicht
einen Meter kann man ungestört laufen, ohne in ein Verkaufsgespräch verwickelt
zu werden.
Ausflüge mit dem Glasbottom-Boat - Hochseefischen - Tauchfahrten - alles
haben sie im "Sonderangebot". Da wir uns jedoch erst mal insgesamt
über die Preise informieren wollen, gelingt es uns nach kurzer Zeit, die
Verfolger abzuschütteln.
Da der Strand immer schmutziger wird und der Teer immer mehr, beschließen
wir die Rückkehr zu unserem Hotel. Es ist auch schon wieder bald Essenszeit,
und so bleiben noch einige Minuten zum Duschen und frisch machen.
Nach dem Mittagessen wollen wir mit Nicole, Dietmar, Karin und Dieter
(einem anderen Pärchen, das wir dort kennenlernten und das aus Detmold stammt)
zum Plaza Bavaro. Das ist eine Ladenzeile außerhalb unserer Hotelanlage.
Nach ca. 20 Minuten Fußmarsch sind wir im ersten Teil der "City"
angekommen. In den einfachen Holzbuden wird alles verkauft, was bunt und
dominikanisch ist. Sicherlich ist auch hier das ein oder andere Teil "made
in Hongkong" zu finden. An den Verkäuferinnen und Verkäufern jedoch
vorbeizukommen, ist unmöglich, da jeder mit seinen braunen Augen und dem
unwiderstehlichen Verkäuferblick, dazu einlädt, daß man in sein Geschäft kommt.
Bilder, die naiver Malerei gleichen, Schmuck, vorwiegend Silber, mit
Laminarsteinen, Bernstein oder bunten Perlen, Holzfiguren in teils freizügiger
Darstellung, Kitsch, Muscheln und präparierte Vogelspinnen findet man hier. Die
Händler wollen uns unbedingt davon überzeugen, daß die Vogelspinnen hier
beheimatet seien und es kein Problem sei, sie mit nach Deutschland zu nehmen. Daß
sie jemals etwas vom Washingtoner Artenabkommen gehört haben, möchten wir an
dieser Stelle stark bezweifeln. Da die Dominikaner gerne handeln, werden bei
Beginn des Verkaufsgesprächs horrende Preise aufgerufen. Gerne lassen sie sich
dann um 50% "drücken", die Zähne funkeln dabei wie Sterne - und
verdient haben sie immer noch dabei.
Gegenüber den einfachen bunten Holzbuden befinden sich im Plaza Bavaro
Steinhäuser mit Supermärkten, kleinen Lokalen, einer Bank, einer Diskothek und
diversen Souvenirläden. Hier gibt es fast die gleiche Auswahl wie auf der
anderen Straßenseite. Wir entschließen uns, an einer Bar eine kleine
Erfrischung zu uns zu nehmen. Diebels Alt und Coca Cola - für sage und schreibe
"nur" umgerechnet DM 22,--.
Das rosa Bändchen hat hier keine Zahlungsfunktion und bedeutet wohl für die
Einheimischen: "Holt Euch das Geld".
Ein Einheimischer berauscht sich in der einen Ecke mit Marihuana - in der
anderen Ecke spielen drei ältere Männer Dominio.
Ein Ladenbesitzer will mich in sein Geschäft locken mit den Worten: "Kaufst
Du bei mir, dann ist das wie Winterschlußverkauf bei C & A." In
welchem Fernsehprogramm der Dominikanischen Republik ist das denn gelaufen ?
Es ist gegen 18 Uhr und fängt langsam an zu dämmern und dunkler zu werden. Da
es nicht gerade ratsam ist, sich bei Dunkelheit außerhalb der Hotelanlage
aufzuhalten machen uns auf den Rückweg. Die Holzbuden werden von den Besitzern
wieder verschlossen. Daß noch kauflustige Touristen um diese Zeit vorbeikommen
würden, davon ist nicht auszugehen.
Nach dem Abendessen, das wieder vorzüglich ist, suchen wir uns in der Bar
Uva einen Sitzplatz, um uns die Animation anzusehen. Mitreißende Musik und
Kostüme, die mit verschiedenen Farben und Lichtern angestrahlt werden, machen
die Show zu einem Augenschmaus. Zum Abschluß gibt es einen Pina Colada, und es
wird Zeit zum Schlafen. Bei den hohen Temperaturen hat das Laufen doch ganz
schön angestrengt.
Sonntag, 6.9.98
Nach dem Frühstück will ich endlich meinen gelben Schwimmring einweihen. Es
ist ein Trostpreis vom Hamburger Dom, und da ich in diesem Urlaub schwimmen
lernen möchte/soll, wird er von Michael aufgepustet und mit zum Pool genommen. Meine
Körperrundungen wollen sich jedoch nicht in den Schwimmring einfügen, und so
habe ich nur die Chance, ihn um den Hals zu legen. Das hält mich für kurze Zeit
über Wasser und macht auch noch Spaß.
In der Poolanlage befindet sich eine kleine, künstlich angelegte Insel. Auf
ihr wachsen Hibiskus und andere Blühpflanzen. Über einen kleinen Holzsteg ist
dieses Eiland zu erreichen. Dort kann man ungestört die vielen Geckos
beobachten. Hier sieht man sie in grün, schwarz, mehrfarbig, mal auf- und
abwippend, mal in starrer Haltung, so daß man manchmal zweimal hinschauen muß,
ehe man sie sieht.
Der Zeitpunkt der Delphin-Show rückt endlich näher. Nach dem Mittagessen
nehmen wir um 14.25 Uhr den Bus zum Manati-Park. Die Fahrt dauert fast eine
Stunde, da noch in anderen Hotels Gäste abgeholt werden.
An uns vorbei fahren Jeeps, beladen mit teilweise 6 - 8 Mann, verbeulte
Lkws, auf deren Ladefläche ebenfalls Arbeiter transportiert werden, Motorräder,
die schon einmal bessere Zeiten erlebt haben. Dazwischen immer wieder ein
Hupkonzert, wenn der ein oder andere zur Überholung ansetzt. Manche jedoch
fahren auch ohne Vorwarnung einfach drauf los.
An den Seiten der Hauptstraße befinden sich entweder einfache Holzhütten
oder im krassen Gegensatz dazu schöne Villen mit parkähnlichen Grünflächen. Wer
da wohl wohnen mag? Auch Rinderherden und Schafe säumen hin und wieder die
Straße.
Im Manati-Park angekommen, wo man sich vordergründlich um Erhaltung
bedrohter Tiere kümmert, so z.B. der Seekühe, werden wir von zwei Mitarbeitern
des Parks empfangen.
Es wird mir, ohne daß ich es so schnell registrieren kann, von dem einen
eine junge Boa um den Hals gelegt, der andere drückt mit einem breiten Grinsen
die Taste am Fotoapparat. Bingo - 7 $.
Dann wird auch Michael mit der Boa geschmückt, dann wir beide noch mal - 14
$.
Dann machen sie uns mit den beiden Seehunden bekannt. Küßchen 1 mit Marion
- er hat mich doch tatsächlich erwischt - 7 $ - Küßchen 2 mit Michael 2 - 7 $.
Die Mitarbeiter führen uns sodann in die Manege, wo das Delphin-Schwimmen
stattfinden soll. Ein Clown hat dort die (un)dankbare Aufgabe, das Publikum während
der Wartezeiten aufzumuntern. Er tut dies, indem er einen betrunkenen
Tierwärter darstellt (oder ist er es auch ?), und sich auf der Treppe von einer
Seite auf die andere wälzt, um den Touristinnen unter den Rock zu schauen -
sehr einfallsreich, naja.
Michael wird zwischenzeitlich gebeten, sich von seinem Schmuck und dem rosa
Bändchen zu trennen, damit, wenn er mit den Delphinen schwimmt, sich die Tiere
nicht verhaken können. Frisch geduscht nimmt er neben mir Platz und wartet auf
seinen Auftritt.
Zuerst zeigen die Seehunde (vor wenigen Minuten mußten sie noch Touristen
küssen) ihre akrobatischen Kunststücke. Nach großen Beifall werden sie wieder
in ihre Bassins zurückgeführt und die Delphine erhalten Einzug. Sie zeigen
diverse Geschicklichkeiten, u.a. stellt sich ein Tierpfleger im Wasser auf die
Schnauzen der Delphine und wird von diesen ein paar Meter durchs Wasser
getragen. Zur Belohnung gibt es Fische, die en ein Dompteur auf einem
Sprungbrett zwischen den Zähnen hält und die Delphine sich bei ihm oben abholen
müssen.
Endlich wird Michael, der es vor lauter Spannung kaum noch aushält,
aufgefordert, ins Bassin zu gehen. Mit einer Schwimmweste versehen, kommt er in
den Genuß, wenn auch nur für einige Minuten, mit den Delphinen zu schwimmen. Es
ist für ihn ein unbeschreibliches Erlebnis.
Als die Show zu Ende ist, beschließen wir, uns den Rest des Tierparks
anzusehen. Hier findet man u.a. Rochen, Krokodile, Leguane und ein nachgebautes
Taino-Dorf. Daneben wird auch noch eine Papageien-Show angeboten. Bei dieser
Präsentation übernehmen die Papageien die Rollen von Menschen. Die Bühne soll
ein Hotel darstellen. Ein Kakadu mimt einen Portier, der Handtücher zu einem
rotgefiederten Papageien aufs Zimmer bringt. Ein anderer Vogel fährt
Rollerblades, ein anderer betankt einen Kleinlaster. Der intelligenteste
beweist anhand einer Klingelanlage, daß er rechnen kann.
Leider verstreicht die Zeit so schnell und um 18 Uhr müssen wir den letzten
Bus wieder zur Hotelanlage nehmen.
Am Ausgang kann man sich nun die Schnappschüsse der Fotografen ansehen. Leider
läßt die Verkäuferin nicht mit sich handeln. Wir entscheiden uns für 5 Bilder,
die wir auf jeden Fall mitnehmen wollen. Ich habe selbst auch noch Fotos
gemacht, das soll reichen.
Stolz berichtet Michael bei einem Drink in der Animationshalle den anderen
Hotelgästen von seinem Nachmittagserlebnis. Nach einem üppigen Abendessen und
einem Bummel am Strand beschließen wir den Sonntag.
Montag, 7.9.98
Nachdem sich Michael nach dem Frühstück um einen Massagetermin gekümmert
hat, beschließen wir, da wir bisher nur am Pool gelegen haben, uns mit dem
Strandleben anzufreunden. Wir haben nicht lange Zeit, da wir gegen 12 Uhr bei
der Reiseleiterin einen Ausflug nach Saona buchen wollen. Das jedoch reicht
Michael schon aus, da es hier kaum Schatten gibt, um sich trotz hohem
Lichtschutzfaktor einen kräftigen Sonnenbrand zu holen.
Nach dem Mittagessen legen wir uns an den Pool, da es hier einige
Schattenplätze gibt. Von hier aus hat man auch einen wunderbaren Überblick über
die anderen Hotelgäste. Ein freundlicher Kellner bringt uns eisgekühlte
Getränke. Wenn es dann doch zu warm wird, gehen wir uns kurz im Wasser
abkühlen.
An diesem Nachmittag lernen wir Nicole, Marco und Anja aus Duisburg,
Michaels Heimatstadt, kennen. Es ergibt sich, daß wir erzählen, wie Michael und
ich uns seinerzeit kennengerlent haben, vom INTERNET, vom Chatten, vom ersten
Blind Date usw. Dann stellt sich heraus, daß man das ein oder andere Lokal, den
ein oder anderen selben Ort und das ein oder andere Erlebnis teilen kann. Nach
einem erholsamen Tag, einem wunderbaren Essen und einem Spaziergang am Meer
fällt das Schlafen besonders leicht.
Dienstag, 8.9.98
Da weder ich, geschweige denn eine Masseurin, Michael's Haut wegen seines
Sonnenbrandes berühren darf, haben wir die vereinbarte Massage abgesagt. Wir
suchen uns einen schattigen Platz am Strand und finden eine Höhle, die aus
wilden Büschen besteht. Wir stellen zwei Liegestühle zusammen und machen es uns
gemütlich. Selbst an diesem schattigen Ort dort blitzt ab und zu die Sonne
durch. Bei 28° Wassertemperatur steht jedoch nur ein Hauch von Frische zur
Verfügung. Aber Not macht erfinderisch. Wozu gibt es denn die Strandbar ? Dort
gibt es immer eisgekühltes Wasser. Steht nicht drauf, daß es nur zum Trinken
ist.
Michael hat mittags keinen Appetit, und so beschließe ich, alleine zum
Essen zu gehen. Aber alleine schmeckt es nur halb so gut, und nach kurzer Zeit
bin ich schon wieder zurück. Damit er nicht ganz aufs Essen verzichten muß,
habe ich ihm wenigstens einige Joghurt mitgebracht. Alles andere hätte sich nur
schwer transportieren lassen.
Um unsere Sachen nicht unbeaufsichtigt zu lassen, wechseln wir uns mit dem
Baden ab. Neugierig, wie eine frische Kokosnuß schmecken könnte, lasse ich mich
auf ein Gespräch mit einem Verkäufer ein. Er folgt mir zur Höhle, nimmt seine
Machete und öffnet die Kokosnuß. Wahrscheinlich will er sie verschenken, aber
wir - typisch Touries - fragen immer und immer wieder nach, was er dafür haben
will - und somit knöpft er uns dann fast 10 DM ab. Viel zu viel dafür - und
frisch ist sie auch nicht. Nach dem Urlaub bekommt man so etwas bei TOOM für DM
1,33. Aber dafür ist man Tourist.
Dieser Tag ist nur zum Faulenzen gemacht und es gibt nichts, worüber ich
noch schreiben könnte ...
Mittwoch, 9.9.98
Es ist wieder sehr früh, gegen 7 Uhr, als wir zum Frühstück gehen. Nicole
und Dietmar haben sich nun mehr mit Karin und Dieter angefreundet, und so
sitzen wir heute mal allein am Frühstückstisch.
Am Nebentisch hat der Mann der Schwäbin (Stichwort: Silberkleid) Platz
genommen, kurz darauf erscheint seine Frau, die heute ihren 40. Geburtstag
("Habt Ihr es alle gehört?") feiern will. Da sie u.a. durch ihren
lautstarken Organ der Stimme und des Dialektes auffällt, habe ich sie in meiner
Phantasie als Wurstverkäuferin abgestempelt - das paßt zu ihr: Darf es noch ein
Viertel mehr sein ? Jeder, der mit ihr während des Urlaubs Bekanntschaft
geschlossen hatte, d.h. mehr als "Guten Tag" gewechselt hat, wir
gehörten glücklicherweise nicht dazu, muß sie nun ab"busserln" - das
mache man so ... erteilt sie Nachhilfe denjenigen, die dieses Ritual bisher
noch nicht kannten.
Michael zieht es vor, zur Massage zu gehen. Mit einem Superwohlfühl-Gefühl
berichtet er mir 30 Minuten später, daß es sich bei der Massage um eine
Vollmassage gehandelt und er sofort wieder einen neuen Termin vereinbart habe.
Schon zum Mittagessen habe ich keinen großen Appetit und fühle mich sehr
unwohl. Sollte mich nun auch die Rache Montezumas erreichen? Nach fast einer
Woche ? Mit schweren Magenkrämpfen, Schüttelfrost und Unwohlsein lege ich mich
nachmittags ins Bett und Michael muß diesen Tag alleine genießen. Ich kann beim
besten Willen nicht ans Essen denken.
Ein wenig Linderung erhielt ich von Treupel-Zäpfchen, die Michael von anderen
Hotelgästen für mich bekam.
Vom Buffet bringt er mir abends Bananen mit - dann erlebe ich mein Ende...
Donnerstag, 10.9.98
Am nächsten Morgen geht es mir etwas besser. Doch außer Tee und ein wenig
Weißbrot wird mein Magen bestreikt. Rudolfo, einer der vielen Kellner, war
zurückgekehrt. Er hatte während seiner freien Tage seine Familie in Santo
Domingo besucht. Nicht ohne Stolz öffnet er seine Brieftasche und zeigt uns
Fotos von seiner kleinen Familie. Wie ein Kassettenabspielgerät macht er seine
Späßchen und plappert wie ein Papagei "Guten Tag" in mindestens 10
verschiedenen Sprachen vor sich hin. Österreichisch, englisch, französisch,
italienisch, spanisch, chinesisch, bayerisch, norddeutsch - wie eine
Schallplatte mit Sprung.
Ein Blick zur Uhr zeigt mir, daß nun auch mein Massagetermin näherrückt. Nach
wonnigen 30 Minuten vereinbare auch ich - genau wie Michael - einen weiteren
Termin.
Nach dem Mittagessen machen wir uns auf den Weg zu Captain Cook, einem
kleinen Restaurant am Strand. Unser Ziel ist der Telefonladen, der sich hinter
Capitan Cook neben einem Supermarkt befindet. Michael's Oma hat heute
Geburtstag, und er will sie mit einem Telefonat überraschen. Nach etwa 10
Minuten sehen wir die ersten Verkaufsbuden und wieder fordern uns die Händler
auf, ihre bunten Auslagen zu bewundern und auch etwas zu kaufen. Doch wir
finden nichts, was uns gefällt und gehen weiter.
Der Telefonladen ist vollklimatisiert. Wir sind in diesem Moment die
einzigen Kunden und brauchen nicht lange zu warten, bis wir das Telefon
bedienen können. Abrechnet wird über eine moderne Computeranlage. Jetzt ist es
19 Uhr in Deutschland, und die Chancen stehen gut, die Familie in Deutschland
zu erreichen. Schon beim ersten Versuch kommt Michael durch und überbringt
seine Glückwünsche.
Danach beziehen wir wieder unsere Höhle am Strand. Das Mittagessen lassen
wir heute ausfallen. Ich aus Angst, daß Montezuma wiederkommt, Michael hat
keinen noch keinen Hunger. Doch etwas später wird die Snackbar aufgesucht, die
nach dem Mittagessen von 15 Uhr bis 17 Uhr geöffnet hat, und Michael genehmigt
sich einen Hot Dog und ein Sandwich.
Zum Faulenzen zieht es uns dann wieder an den Pool. Ein Ehepaar aus Bonn,
dessen Zäpfchen mich "gerettet" hatten, erkundigt sich nach meinem
Wohlbefinden. Die Männer tauschen ihre Motorraderlebnisse aus, wir Frauen mehr
allgemeine Themen.
Neben dem Ehepaar aus Bonn liegt noch eine Mutter mit Sohn (er ist gerade
18 Jahre alt geworden), die uns schon verschiedentlich aufgefallen sind. Es
hätte auch ein Paar sein können, so genau konnte man es nicht sagen, hätte sie
nicht immer von ihrem Sohn gesprochen. Er erzählt von der Zoohandlung seiner
Eltern in Berlin und daß er schon 30 Geckos mithilfe einer Sauerstofftablette
am Leben (?) behalten würde. Sie befinden sich nun in einer Kiste in seinem
Hotelzimmer. Hat man da noch Töne ?
Nachdem wir mittags im Supermarkt keine Schnorchelausrüstung bekommen
haben, bietet Marco an, seine Ausrüstung Michael für den Ausflug am nächsten
Tag nach Saona zur Verfügung zu stellen.
Freitag, 11.9.98
Heute bekommt Rudolfo (s)ein "Trinkgeld" in Naturalien, eine in
Deutschland gekaufte Merenge-CD. Dann wird es Zeit für uns, aufzubrechen. Schließlich
soll es um 7.25 Uhr losgehen - unser gebuchter Tagesausflug nach Saona.
Die Fahrt nach Bayahibe ist schon abenteuerlich. Der Bus ist Gott sei Dank
vollklimatisiert, aber die Straßen dorthin bestehen nur aus Schlaglöchern. Wir
fahren durch einen kleinen Ort, dessen Name ich vergessen habe. Die Häuser sind
sehr bunt angemalt, von hellblau, über hellrosa und hellgelb ist alles
vertreten. An der Hauptstraße befinden sich viele Metzgereien, vor deren Türen
die Tiere mit dem Kopf nach unten aufgehängt sind. Gewürzt durch die Abgase der
vorbeifahrenden Fahrzeuge entsteht sicherlich ein aparter Geschmack. Der
Reiseführer erzählt uns, daß die Dominikaner viel Fleisch essen. Das Fleisch
wird jeden Tag verkauft. Sollte es mal nicht verkauft werden, wird es am
nächsten Tag wieder aufgehängt. Sollte es dann wieder nicht verkauft werden,
wird es am übernächsten Tag aufgehängt. Sollte es dann wieder nicht verkauft
werden, dann wird es an die Hotels Fiesta Beach, Fiesta Bavaro, RIU, verkauft. Spaß
oder Ernst ?
Dann erreichen wir Hygüey, die Provinzhauptstadt. Es bleibt keine Zeit für
einen Aufenthalt dort. Wir sehen die bekannte Kathedrale, die Einkaufsstraße,
es folgen ein paar Erklärungen zum Regierungsgebäude, und schon haben wir den
Ort wieder verlassen. An der Hauptstraße befindet sich noch eine der vielen
Hahnenkampf-Arenen. Nach kurzer Zeit haben wir die Hotelanlage Casa del Mar mit
wunderschönen türkisblauen Dächern vor Augen. Wir sind in Bayahibe.
Kaum aus dem Bus ausgestiegen, werden wir von Kindern und Frauen umringt,
die ihre Ware anpreisen. Sonnenhüte, Ketten, Muscheln, bunte Bilder - wir
kennen das schon. Es fällt schwer, sich nicht von den großen braunen Augen
beeindrucken zu lassen, und wie gerne würde man etwas von seinem Geld abgeben. Aber
was will man mit den ganzen Sachen ?
Gegen 9.30 Uhr besteigen wir kleine Holzboote, die uns zu den Dolphins
(Schnellboote) bringen. Über uns ziehen Fregattvögel. Sie sind so zahlreich wie
bei uns zuhause die Möwen. Es fließt reichlich Rum und Cola. Mit waghalsigen
Kurven nehmen wir Kurs auf Saona.
Wir fahren vom Karibischen Meer in den Atlantischen Ozean und es wird stürmischer.
Das Meer wird von einer türkisfarbenen Linie getrennt. Wir legen eine
Schnorchelpause ein. Michael setzt die Taucherbrille auf, bringt seine Flossen
in Position und geht unter Wasser. Dort kann er einen Kugelfisch bewundern,
weiter links sieht er eine Seeanemone.
Nachdem diese Schnorchelpause beendet ist, fahren wir weiter zur
"größten" Badewanne der Welt. Dort habe auch ich Mut, da man auf dem
Untergrund stehen kann, das Boot zu verlassen. Ca. 30 ° und kristallklares
Wasser erwarten mich. Mit einem Cuba libre in der Hand macht es noch viel mehr
Spaß. Dann ist auch diese Pause zuende und weiter geht es zum einzigen
Fischerdorf auf Saona. Wir steigen wieder auf kleine Boote um, die uns an Land
bringen. An einem Holzsteg gehen wir an Land. Dort gibt es kleine bunte Hütten
und Verkaufsstände. Jedoch sind die Bewohner hier nicht so aufdringlich wie auf
dem "Festland". Nach einer halben Stunde besteigen wir wieder die
kleinen Holzboote, die uns zu den Dolphins bringen. Mit diesen fahren wir
weiter zu einer anderen der Insel, um unser Mittagessen bzw. Barbeque
einzunehmen.
Schon von weitem hört man mitreißende Merenge-Musik und Papageien-Geschrei.
Beinahe so, als ob Robinson Crusoe gleich erscheinen würde. Für's
Seele-baumeln-lassen gibt es Hängematten zwischen den Palmen, zum Essen gibt es
als Vorspeise diverse Salate und zum Hauptgericht Paella mit Krabben und
Muscheln. Getränke kann man sich an den kleinen Holzbuden holen. Vor einem
älteren Mann bildet sich eine Menschentraube. Hier gibt es frische Kokosnuß.
Nach dem Essen haben wir genügend Zeit, um uns den Rest dieses Paradieses
anzusehen. Hier gibt es wunderschöne Muscheln, das Wasser ist noch wärmer, ein
kleiner Einsiedlerkrebs muß bald seinen Bausparvertrag aufstocken. Das Häuschen
wird ihm langsam zu klein.
Am Strand finde ich eine schwarze Koralle, die ich beschließe, mitzunehmen.
Leider ist sie am Abreisetag beim Kofferpacken verschwunden. Schade.
Da wir mit mehreren Dolphins gefahren sind und diese einen anderen Kurs
genommen hatten und um nicht später auf die anderen am Bus warten zu müssen,
beschließt unser "Kapitän", uns nochmals in der größten Badewanne
baden zu lassen.
Die Rückfahrt ist mir sehr unangenehm. Als Nichtschwimmerin überkommt mich
doch hin und wieder ein ungutes Gefühl, wenn der Schiffslenker seine Kurven
zieht. Über uns kreist auch schon seit geraumer Zeit ein Hubschrauber. Vielleicht
habe ich Glück und es ist die Wasserschutzpolizei und man legt diesem Wilden
das Handwerk. Doch weit gefehlt. Nichts dergleichen passiert. Ich bin sehr
froh, als wir gegen 16 Uhr wieder festen Boden unter den Füßen haben. Die
anderen Schiffspassagiere meinten jedoch, im Bus hätten sie sich noch unwohler
gefühlt.
Und wieder stehen die Verkäufer dort, nach dem Motto: Aber jetzt braucht
Ihr doch einen Sonnenhut, aber keine/r wird schwach, und so müssen sie auf den
nächsten Tag warten und hoffen, Ihre Ware anpreisen und verkaufen zu können,
wenn der nächste Reisebus kommt.
Wir fahren wieder durch Hygüey und halten an einem Souvenirladen. Der
Reiseleiter will noch etwas erledigen. Auch hier werden die gleichen
Urlaubsmitbringsel wie Muscheln, Laminar, Vogelspinnen pp. Angeboten wie
überall auf der Insel.
Auf einem Zaun sitzt ein grüner Papagei, der sich bereitwillig mit den
Touristen unterhält. Doch leider versteht niemand sein Spanisch und er nicht
unser deutsch. In dem Laden nebenan befindet sich auch eine kleine Bar. Dort
wird uns Mamajoana, ein wohlschmeckender Magenbitter angeboten. Wir bleiben
jedoch beim Mineralwasser und freuen uns auf unsere Dusche.
Gegen 18 Uhr erreichen wir erschöpft unser Hotel. Nach dem Abendessen
trinken wir noch einen Martini an der Bar. Die Animation war heute wohl auch
wieder einschläfernd. Die Bühne ist schon leer. Lediglich ein paar Touristen
sind übrig geblieben und ein Italiener spielt auf seiner Gitarre Oldies. Mit
meinen drei Brocken italienisch wünsche ich mir das alte Volkslied "Bella
Ciao" - er hat mich verstanden und als die letzten Noten verklungen sind,
singen wir unsere eigenen Schlaflieder.
Samstag, 12.9.98
Wieder liegen wir tagsüber in der Strandhöhle. Sonnenbrand können sich
andere holen.
Nach dem Abendessen haben wir uns vorgenommen, das Nachtleben ein wenig
anders zu gestalten. Dancing ist angesagt. Rudolfo hatte uns die Diskothek im
Plaza Bavaro empfohlen, angesichts des Eintrittspreises von pro Person DM 11,--
entschlossen wir uns jedoch zu einer anderen Diskothek im Nachbarhotel. Es
folgt die hinlänglich bekannte Frage: Was zieht "Frau" an? Das beste,
man versteckt seine ruinierte all-inklusive-Figur unter einem schwarzen Kleid.
Gegen 23 Uhr brechen wir mit Nicole, Anja und Marco sowie sechs weiteren
Hotelgästen auf und bestellen uns ein Großraumtaxi, um in die Discothek im
Hotel RIU zu fahren.
Die Show beginnt. In allen vier Ecken tanzen spärlich bekleidete
Gogo-Girls. Zwei dicke deutsche Männer in karierten Baumwollhemden begrabschen
zwei dunkelhäutige Schönheiten - arme Mädels. Die Musik wechselt von
internationaler Musik zu immer wiederkehrender Merenge-Musik.
Ein Pärchen auf der Tanzfläche brilliert mit ihren Tanzkünsten. Eine
tangoähnliche Einlage - meisterhaft gekonnt. Doch irgendwann einmal mögen wir
die Merenge-Musik nicht mehr hören, und wir beschließen, den Rückweg
anzutreten.
Ein Tourist aus Hamburg, gestylt mit Brille und Outfit wie Buddy Holly, der
auch in unserem Hotel wohnt und als Single einen Urlaub zum Erleben braucht,
erzählt, daß er 4000 Peseten im Spielkasino gewonnen habe. Er will das Geld
noch heute wieder unter die Leute bringen und deshalb sei 3 Uhr noch zu früh
für (s)einen Aufbruch.
Am nächsten Morgen erzählt er, daß er kurz nach uns dann doch die Diskothek
verlassen habe. Er habe den Taxifahrer gefragt, wo denn noch was los sei. Dieser
brachte ihn dann gegen 4 Uhr morgens in eine Scheune, wo ein Bier DM 9,--
kostete und eine nackte Frau auf dem Tisch tanzte. War das wahr oder der Wunsch
der Vater des Gedankens?
Zwischenzeitlich spielen sich in unserer Hotelanlage wahre Dramen ab. Als
Programmhöhepunkt der Woche steht die Wahl zum Mister Bavaro an. Beworben (oder
wurden die Herren angesprochen, das weiß man nicht so genau) hat sich das
Gegenstück - der Sklave - von "Goldtäschchen", eben das lange Elend,
der Gitarre spielende Italiener und ein Spanier. Nachdem der Deutsche seine
sportliche Unfähigkeit bewiesen hat (rückwärts statt vorwärts versuchte er es
beim Seilsprung) und auch sonst keine Fragen richtig beantworten kann, wird er
letzter. Sicherlich war Goldtäschchen hinterher mächtig böse auf ihn. Gewonnen
hatte der Italiener. Und wir waren nicht dabei, ts ts ts ...
Sonntag, 13.9.98
Schon zur festen Gewohnheit wird unsere Strandhöhle nach dem Frühstück. Wir
genießen die Ruhe. Das einzige unruhige hier ist ein kleiner Kolibri, der wild
seine kleinen Flügel hin- und herschlägt. Leider kann man sein Köpfchen nicht
sehen, da er so blitzschnell ist, daß das menschliche Auge ihm nicht folgen
kann. Der Busch, der uns Schatten spendet, wirft hin und wieder braune Früchte
in Form von kleinen Kugeln ab. Ob sie eßbar sind, weiß ich nicht. Wenn Sand auf
diese Kügelchen kommt, wächst 5 Minuten später eine kleine Pflanze. Auch sie
gehören später zu meinem Rückfluggepäck.
Nach dem Mittagessen wollen wir wieder zu Captain Cook. Die Zigaretten
gehen uns langsam aus, und ein paar kleine Souvenirs wollen wir auch noch
mitnehmen.
Wir kommen am Fiesta Palace vorbei und können die Vorbereitungen für das
Abendprogramm der Animateure dieser Hotelanlage beobachten. Kein Vergleich zu
den Amateuren - nicht Animateuren - unseres Hotels. Es ziehen graue Regenwolken
auf und nach unseren Einkäufen erreichen wir gerade noch das Hotel, bevor ein
kleines Unwetter niederprasselt.
Da wir von den Proben im Fiesta Palace so begeistert sind, entschließen wir
uns, Nicole, Anja und Marco zu fragen, ob sie mit uns zur Vorstellung gehen. Gesagt
getan, gegen 21 Uhr betreten wir das Foyer und die brasilianische Show ist voll
im Gange. Nach wenigen Augenblicken bekommen wir einen Cocktail serviert. Farbenprächtige
Kostüme und in Worten nicht zu beschreibende Akrobatik wird uns geboten. Ein
Mann mit poliertem Haarschmuck (Glatze) dreht eine Frau auf dem Kopf. Gegen
22.30 Uhr ist die Vorführung zuende. Das war ein wunderschöner Abend. Bei uns im Hotel ist schon wieder
Totentanz angesagt. So beschließen wir, schlafen zu gehen.
Montag, 14.9.98
Nach dem Frühstück geht es
wieder zum Stammplatz. Mein ausgeprägtes Jagd- und Beuteverhalten animiert mich
dazu, ein paar Setzlinge der dort wachsenden Grünpflanzen einzupacken. Leider
geben sie sich nicht mit Michaels spärlichen Gießattacken zufrieden und vertrocknen
in Hamburg kümmerlich - schade
Nach dem Mittagessen legen
wir uns wieder an den Pool. Die Ruhe wird durch eine Unglücksnachricht
unterbrochen. Anja hat ihren Hotelschlüssel nebst Safeschlüssel verloren.
Marco und Michael machen
sich sofort auf den Weg und graben den ganzen Strand um. Doch von den
Schlüsseln keine Spur. An der Rezeption erfährt sie den Preis für ihre
Unachtsamkeit - DM 250,-- - - Tür- und Safeschlösser müssen ausgetauscht
werden. Und das zwei Tage vor der Abreise. Gott sei Dank hat sie die
Zimmernummer entfernt, so daß keiner mit den Schlüsseln etwas anfangen kann.
Auch eine Suche bei Captain Cook ist ergebnislos.
Doch da man an der
Situation nichts ändern kann, beschließen wir den Abend mit einem
Abschlußdrink. Unsere Animation bietet heute die Wahl zur Miss Bavaro.
Drei Kandidatinnen werden
aufgestellt - eine Chinesin, eine Schweizerin und eine Italienerin. Nach
einigen recht unspektakulären Quizteilen suchen sie drei Männer mit langen
Haaren. Da uns die Chinesin sehr sympathisch ist und sie wahrscheinlich auch
die einzige ist, die nicht ein Wort von all dem, was hier geschieht, versteht,
entschließt sich Michael, an dieser Runde teilzunehmen. Soll sich einer wagen,
ihm die Haare abschneiden zu wollen !
Drei Männer, von denen
allerdings nur Michael lange Haare hat, werden auf drei Stühle gesetzt und
bekommen einen Frisierumhang um. Die Kandidatinnen bekommen je eine Dose
Rasierschaum in die Hand gedrückt und sollen nun ihre "Kunden"
verschönern. Recht phantasievolle Gebilde entstehen auf den Köpfen der Männer.
Die Herren der Schöpfung haben nach der Verwüstung die Möglichkeit, unter die
Dusche zu steigen und sich wieder als Menschen zurecht zu machen. Die Misswahl
gewinnt leider die Italienerin. Schade, wo wir doch so gerne gesehen hätten,
daß die Chinesin gewinnt. Aber ob ein Regenschirm der wahre 1. Preis für einen
Sommerurlaubs-Wettbewerb ist ? Darüber kann man sicherlich streiten.
Dienstag, 15.9.98
Nach dem Frühstück freue
ich mich auf meine Massage. Diesmal empfängt mich eine andere Masseurin. Sie
fragt nach meinen "Problem"-Zonen" - und die Quittung dafür ist,
daß ich nur eine halbe Massage - nämlich eine Rückenmassage bekomme. Grrrrrr
... Michael der Glückspilz bekommt um 10.30 Uhr seine Massage - natürlich komplett.
Wir gehen wieder zum Strand
und genießen den vorletzten Tag der Karibiksonne. Durch den angenehmen, warmen
Wind merken wir gar nicht, wie stark die Sonne ist und holen uns doch
tatsächlich - kurz vor Ende des Urlaubs - einen kräftigen Sonnenbrand, von dem
wir noch lange etwas haben.
Unterbrochen wird die
Idylle von einem Aufschrei - ausgeführt von Nicole - Marco hat Geburtstag. Und
keine/r hat daran gedacht. Wer schaut auch schon auf den Kalender im Urlaub ?
In diesem Fall noch nicht einmal das Geburtstagskind.
Sascha, ein
Single-Urlauber, der sich in unserer Nähe eine Liege gesucht hatte, kommt
spontan zu uns herüber, beglückwünscht Marco und holt mit den anderen Getränke,
um auf das Wohl anzustoßen.
Sascha schließt sich uns an
und muß dringend in die Geheimnisse der Sonnencremes eingeweiht werden. Was er
zur Schau trägt sieht aus wie Tipp-Ex oder Mehlsuppe - seine Hautfarbe ändert
sich in kürzester Zeit von schneeweiß in krebsrot. Da dürfte die Aufklärung zu
spät gekommen sein.
Zum Abschluß unseres
Urlaubs wollen wir heute bei Captain Cook essen. Zur Auswahl stehen dort
vielerlei Meeres(ge)tier. Wir wählen frischen Hummer, Scampies, Tintenfisch. Um
den Tagespreis zu erfragen, versuche ich es mit englisch - nix - italienisch -
nix - plötzlich wird der Kellner kreativ und zeichnet mit seinem Fuß den Preis
in den Sand - na wer sagt es denn ? Im ersten Stock befindet sich das
Restaurant. Dort serviert man uns nach wenigen Augenblicken auf einem
verzierten Holzbrett den Fisch und dazu hauchdünne Bratkartoffeln und frischen Salat.
Doch alles Schöne geht
einmal vorbei. Am Nachmittag müssen wir ans Koffer packen denken. Schwer zu
glauben, daß es morgen wieder in den kalten Norden geht. Zwischenzeitlich hat
Amor's Pfeil zugestoßen - und was Anja und Sascha zwischenzeitlich tun, darüber
schweigt die Gentlefrau.
Zum Abendessen dekorieren
wir mit Hibiscusblüten den Geburtstagstisch für Marco. Die selben Musiker, die
Tage vorher für Michael einen Rock-Song gespielt bzw. gesungen haben, spielen
nun für Marco Happy Birthday. Damit hat keiner gerechnet. Der Oberkellner hatte
dafür gesorgt.
Da Marco seinen Geburtstag
feiern möchte, tun wir das an diesem Abend in der Disco des Hotels Bavaro.
Wir nehmen Abschied vom
Ibis-Baum und erreichen die sog. Disco. Gerade läuft noch ein Show-Programm,
doch wenige Minuten später ist alles weggeräumt und die Tanzfläche ist
eröffnet. Stimmung will nicht so richtig aufkommen, die Musik reißt uns auch
nicht so vom Hocker und sicherlich trägt der Abschiedsschmerz, der sich bei Anja
und Sascha einstellt, auch noch dazu bei. Schließlich wird Sascha noch über
eine ganze Woche hier bleiben und Anja kann nicht spontan verlängern.
Als wir endlich zum Hotel
zurücklaufen wollen, lädt uns ein Hotelpage in/auf sein Elektroauto ein und
fährt uns bis vor die Tür. Hundemüde und sonnenverbrannt genießen wir die
letzte Nacht in Punta Cana.
Mittwoch, 16.9.98
Da wir nachts im Flugzeug
sicherlich nicht zur Ruhe kommen werden, schlafen wir etwas länger und genießen
bis 9 Uhr ein ausgedehntes Frühstück. Bis 11 Uhr bleiben wir am Strand und
beobachten noch ein wenig die Leute, über die wir uns in den letzten 14 Tage
sehr oft amüsiert haben und die wir vielleicht nicht vergessen werden:
... z. B. das ältere
Ehepaar aus Sachsen, das hin und wieder vor unserer Höhle lag.
Obwohl sie fast täglich
ihren Wunsch äußerte, ließ er sich nicht erweichen:
"Nu, Ginter - een
mol im Läben möcht isch mid Dier Glosbottom-Boot fohrn ...
... und die rassige
Italienerin, Anfang 40,
von uns liebevoll Princesse
of the Erbse 1 genannt -
Nie ging sie ohne ihr
Schminktäschchen vor die Zimmertür -
nach jedem Windhauch wurde
das Haar sorgfältig wieder in seine Bahnen gelegt -
nach jedem Cuba Libre wurde
der Lippenstift nachgezogen,
dreimal täglich wurde der
Bikini gewechselt und dementsprechend auch ihre Garderobe zum Essen geändert -
und passend natürlich die Frisur.
... und man(n) und Frau
soll es nicht glauben - die gleiche Ausgabe von Weiblichkeit gab es in Form
einer Wasserstoffblondinen - von uns liebevoll Princesse of the Erbse 2 genannt
- tut mir leid, wenn ich das schon wieder schreiben muß - aus Ostdeutschland.
Sie zog die Blicke täglich auf sich und lenkte somit geschickt von ihrer sehr
langweiligen Urlaubspartnerin ab.
... und die merkwürdige
Schwäbin, etwa 20 Jahre alt, die sich auch den landestypischen Haarschmuck
(bunte Perlen im geflochtenen Haar) hatte verpassen lassen.
Innerhalb von 8 Stunden
"verguckte" sie sich in einen Single-Urlauber, saß im Bus
(Tagesausflug) neben uns und hauchte ihm (lautstark) unaufhörlich ins Ohr: "Am
liebschten hab ischs, wenn dste mei Örschle kraulschst" was auf
hochdeutsch nur heißen sollte: Am liebsten habe ich es, wenn Du mein Öhrchen
kraulst."
... und der geistig
beschränkte 18-jährige Sohn der Mutter von der Tierhandlung aus Berlin, der,
wie oben erwähnt, Geckos außer Landes schmuggelte. Auch er hat es tatsächlich
fertig gebracht, zwei Tage vor Abreise, sich in seinen kurzen Pony
grellrosafarbene Perlen einflechten zu lassen. Ein Foto davon existiert
tatsächlich.
Danach bringen wir das
Reisegepäck zur Rezeption, checken aus, zahlen die rechtlichen Getränke, und um
12 Uhr Treffen wir uns mit Nicole, Anja, Marco und Sascha am Pool. Bis zum
Transfer zum Flughafen um 13.55 Uhr haben wir noch ein wenig Zeit. Und so paßt
der ein oder andere Snack noch zwischen die Rippen. Die Zeit vergeht und es
heißt jetzt erst mal Abschied nehmen - vielleicht sehen wir uns noch am
Flughafen - wer weiß ? aber darauf kann man sich nicht verlassen.
Nach einer waghalsigen
(hierzulande total normalen) Fahrt erreichen wir um 15 Uhr den Flughafen
Punta Cana. Wie groß ist die Freude, als wir Sandra und Frank wieder treffen.
Kurz drauf erscheinen völlig aufgelöst auch Nicole, Marco und Anja. Sie haben
Pech, da die LTU-Maschine defekt ist. Im Nachhinein stellt sich heraus, daß sie
zwar kurz nach uns abflogen, jedoch zwei Stunden Aufenthalt in Puerto Rico in
Kauf nehmen mußten, da es wieder Probleme mit der Maschine gab.
Planmäßig erhebt sich unser
Flieger um 16.25 Uhr in Richtung Hannover / Hamburg. Der Rückflug hat weniger
Turbulenzen als der Hinflug, ist aber sehr anstrengend, da es ein Nachtflug ist
- und Schlafen so gut wie unmöglich. Zu allem Unglück bekommen wir auch noch
eine Dreiersitzbank zugeteilt.
Um 8.10 Uhr erreichen wir
Hannover. Der Abflug nach Hamburg verzögert sich, da die Lufthansa-Crew im Stau
auf der Autobahn steckt. Endlich 10.15 Uhr Ankunft in Hamburg. Kein Regen, aber
ungemütlich.
Spontan im Oktober trafen
wir uns in Duisburg wieder. Die Freude war groß - die Fotos wurden ausgetauscht
und viel gelacht. Betrübt waren wir jedoch von Sascha's Erzählungen. Er hatte
"George", den Wirbelsturm in der Karibik, noch live miterlebt. Er
erzählte uns von seinen Abenteuern und im Nachhinein können wir wirklich froh
sein, daß wir dies nicht miterleben mußten.
Nur die, die dabei waren,
wissen, über was und wen ich hier geschrieben habe. Aber ich wünsche, daß alle
anderen genauso viel Spaß daran finden werden, sich die ein oder andere
Situation vorstellen können und sich auf eine meiner nächsten Erzählungen freuen.
Ein Bericht von Marion
Haß
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