Vorweg gesagt:
Normalerweise schreibe ich nie Reiseberichte. Aber in diesem Fall war der Urlaub so mies
- es musste einfach sein. Vielleicht bewirkt es ja, dass andere Reisende erst gar
nicht nach Cuba fliegen und sich damit viel Geld, Frust und Ärger
ersparen. Es wäre ausserdem in meinem Sinne, wenn die politisch Verwantwortlichen
auf Cuba diesen Bericht lesen könnten, um positive Veränderungen
herbeizuführen.
Anreise am 09.8.98:
Schon im Flieger der "CUBANA" Airline ging es los: Der schlechteste
Service, den ich als Vielflieger je erlebt habe. Unpünktlicher Abflug
mit 30 Min. Verspätung, das erste Getränk erst nach weit über
1 Stunde Flugzeit und während
Bei dem Flieger handelte es sich übrigens um eine uralte DC-10
der französischen "AOM" Airline.
Nach der Landung musste ich über eine Stunde auf meinen Koffer
warten während andere Passagiere
Havanna (im Hotel irgendwo westlich an der Stadtgrenze):
Da wir als Cuba-Neulinge nicht planlos mit Koffern in der Nacht umherirren
wollten, hatten wir für die ersten 6 Tage ein 5-Sterne Hotel ("Jardim
del Eden" in der Anlage "Marina Hemingway") gebucht.
Erfreulich war, dass die Hotelangestellten leidlich englisch sprachen.
Ich spreche zwar fliessend
Gleich zu Beginn ging das Desaster jedoch wieder los: Nur ein Schlüssel
für unser Doppelzimmer,
Das Frühstück am nächsten Morgen war ebenfalls eine Zumutung.
Es gab "eine Art" von harten Brötchen, Milch und
Beim zweiten Zimmer-Service wurde mir dann auch prompt meine Sonnenbrille
gestohlen. Da das gute Stück jedoch nicht
Nachtrag vom 29.9.98: Die o.g. Mängel
hatte ich beim Reiseveranstalter "Tropicana Touristic" schriftlich moniert.
Havanna City (Leben nach dem Umzug):
In Havanna City (Vedado - Neustadt) haben wir dann ein privates Apartement
mit zwei Schlafzimmern, Küche, Bad und Wohnzimmer bezogen. Der Preis
betrug nach harten Verhandlungen 35.- Dollar pro Nacht. Über den Qualitäts-Standard
Discotheken, Nightlife:
Wir waren dann auch in einigen Diskotheken. Meistens kosten diese 5.-
bis 10.- Dollar Eintritt und sind ganz annehmbar. Schon vor der Diskothek
wird man aber von irgendwelchen Frauen angemacht, ob man ihnen denn nicht
den Eintritt zahlen könne. Obwohl die Prostitution in Kuba offiziell
verboten ist, befinden sich vor und in den Discotheken dann auch relativ
Essen:
Ausserhalb der Hotels ist Essen in Havanna auch meist Glücksache:
Fast überall gibt es folgendes:
Sympthomatisch ist ausserdem, dass es eigentlich nie alles das gibt
was auf der Karte steht. Egal wo - fast immer sind
Es ist mir übrigens durchaus klar, warum die Cubaner hinter dem
Dollar her sind, wie der Teufel hinter der armen Seele !
Beispiel: Alle wollen nur Dein Bestes (Dollar!). Man kann keine 15 Meter
weit laufen, ohne nicht penetrant von irgend
Die Frauen sind teilweise so dreist, dass sie sich einfach mit an einen
Tisch setzen und ohne zu fragen ein Getränk (oder
Strand:
Wie zuvor erwähnt hat Havanna keinen richtigen Strand. Es gibt
eine kilometerlange Uferpromenade (Malecon), die aus
Kriminalität:
Zum Ende des Urlaubs hin hatte ich ein recht nettes Mädel kennengelernt,
mit dem ich 5 Tage verbracht hatte. Sie arbeitete
Frauen, Altstadt, Nachtleben, etc.:
Wir haben dann nochmals das Apartement gewechselt und mit Hilfe eines
(ausnahmsweise!) sehr netten Cubaners (der offenbar auch keine Dollars
in den Hintergedanken hatte) eine Unterkunft in der Altstadt Havannas gefunden.
Dieses Apartement lag sehr zentral und kostete (auch hier nach zähem
Verhandeln) $ 30.- pro Nacht. Wir mussten allerdings
Die Altstadt ist eigentlich ein einziges Kulturdenkmal aus der Kolonialzeit.
Einstmals wunderschöne Bauten reihen sich aneinander. Nicht nur ein
Haus, sondern fast jedes Haus hat Säulen, Giebel und mit Bildhauereien
verzierte Balkone, Fenster und Brüstungen. Umso schlimmer ist es daher,
dass fast alles seit rund 40 Jahren nicht mehr renoviert wurde. Rund 95
%
Den Cubanern selbst ist das offenbar auch ziemlich egal: Es stehen selten
Papierkörbe und jeder wirft seinen Dreck hin, wo
Es gibt noch mehr Beispiele. In der Nähe des Capitols (das renoviert
und in gutem Zustand ist), stehen zwei grosse Kolonialbauten an einem Platz
gegenüber des Hotel Inglaterra. Diese Bauten sind (wie fast alles)
in schlimmen Zustand.
In der Altstadt gibt es dann einige ganz brauchbare Musik-Kneipen im
Stil des alten Hemingways.
Rückreise:
Am 28.8.98 wurde es dann Zeit unseren Abflug rückzubestätigen.
Wir sind ins Hauptoffice der CUBANA Airline in
Ich habe dann weiterhin darauf gepocht, dass mein Ticket von der CUBANA
ausgestellt sei und dass ich nicht (für mein
Am 29.08.98 ging unser Flieger dann endlich ab. Wie immer unpünktlich
(30 Minuten zu spät in Havanna und 1 Stunde zu
Das war es fürs Erste ! Ich glaube kaum, dass
ich in absehbarer Zukunft nochmals nach Kuba komme.
Es sei noch erwähnt, dass mein Bericht nicht für Pauschaltouristen
mit "All inclusive" Hotel in Varadeiro gilt. Dort mag es anders sein -
aber "All inclusive" kann man auch auf Mallorca oder anderswo bekommen
und man erspart sich damit 10 Stunden Flug...
der ganzen 10 Stunden Flug nur zwei mickrige Mahlzeiten. Zu diesen
Mahlzeiten gab es dann auch kostenlose Getränke. Ansonsten musste
man jedoch für alle Getränke (ausser Wasser) einen Dollar bezahlen
! Einen "Stewardess-Rufknopf"
gab es zwar - aber beachtet wurde der nicht. Wer etwas brauchte, musste
zu den Stewards hinlaufen.
Laut Schreiben unseres Reiseveranstalters "Tropicana Touristic" in
Frankfurt/M. war dies übrigens alles "normal" und
es ist (Zitat) "bei vielen Fluggesellschaften so üblich". Komisch
ist dabei nur, dass ich als Vielflieger mit derlei "üblichen"
Airlines bisher noch nie geflogen bin.
Schon jetzt beginnt die allseits beliebte "kubanische Jagd auf Touristendollars":
Es wird Rum zu $ 6.00 (Duty free)
angeboten. Wie sich später herausstellte, kostet derselbe Rum
auch in normalen Geschäften nur $ 6.50....
Das Flugzeug war von der CUBANA nicht einmal umlackiert worden. Irgendein
Mitreisender meinte,
dass diese DC-10 wohl in Frankreich gewartet werden - ich zweifle jedoch
daran und werde ein flaues
Gefühl im Magen nicht mehr los.
bereits nach 5 Minuten ihr Gepäck hatten. Das ergibt dann das
schöne Gefühl, dass der Koffer wohl verloren gegangen
sein könnte. Ich jedenfalls war hellauf begeistert, als das Gepäck
dann doch noch auf dem Band erschien.
Der Transfer dorthin klappte dann (für cubanische Verhältnisse)
auch relativ problemlos: Wir mussten zwar am Flughafen
zuerst unseren Abholer/Fahrer suchen und der hatte dann wenig Ahnung
davon wo das Hotel war - aber angekommen
sind wir dann letztendlich doch noch.
portugiesisch (was dem spanischen sehr ähnelt) aber zumindest
die ersten Tage kam mir jedes Wort
Englisch sehr gelegen (erst nach ca. 10 Tagen kam ich relativ problemlos
mit dem cubanischen Spanisch zurecht).
sodass wir gezwungen waren immer gleichzeitig zurück zu kommen,
der hochmoderne elektronische
Safe im Zimmer defekt (Auskunft des Hotel-Angestellten: We can do nothing,
sorry !), die Klima-
Anlage nicht temperatur-regelbar (defekt) und die Mini-Bar leer.
Kaffee, sowie eine Sorte Wurst, Käse, Marmelade und Butter. Dazu
Eier und übel schmeckende Früchte. Als Tourist,
der bereits viele Länder (auch in der dritten Welt) besucht hat
bin ich nicht sehr anspruchsvoll. Wenn ich jedoch den
Preis für ein 5-Sterne Hotel bezahle, dann erwarte ich auch eine
dementsprechende Gegenleistung. Was hier geboten
wurde, bekomme ich jedoch auch in jeder brasilianischen Einfach-Pension
(ganz ohne Sterne) und dort kostet es mich
nur einen Bruchteil dessen.
Wir haben dann das Abendbuffet auch noch getestet: Steinharte Pommes-Frites,
mittelmässiges Fleisch (offenbar eine "Art"
von Steak...), etwas Salat und Fisch sowie wieder das üble Obst.
Im Grossen und Ganzen maximal der Standard eines
2 Sterne Hotels. Lediglich der Preis war 5 Sterne-Extraklasse: Pro
Person $ 16.- für das Essen und ein kleines
Mineralwasser. WOW !!!
Dass der Kassiere nicht rot wurde, ist mir bis heute unverständlich.
Aber das war meines Erachtens
das Syndrom für ganz Cuba: Wenig Leistung und miese Qualität
für sehr viele Dollars !
Das Hotelessen war aber im Nachhinein gesehen übrigens noch fast
das Beste was uns in Sachen Essen passiert ist...
sehr wertvoll gewesen war, habe ich dies nicht reklamiert. Im übrigen
hätte eine Reklamation erfahrungsgemäss eh nichts gebracht, da
wir auch am zweiten Tag noch ohne Zusatz Zimmer-Schlüssel und ohne
funktionierenden Safe sowie mit
leerer Mini-Bar dastanden.
Das man dritte Personen Nachts nicht mit ins Hotel nehmen kann, ist
mir übrigens durchaus geläufig. Aber dass eine gute Bekannte
Mittags nach Swimming-Pool Besuch nicht einmal zum kurzen Duschen aufs
Zimmer durfte war auch mir neu. Obwohl der Pool des Hotels sehr gut war,
sind wir nach der zweiten Nacht daher aus Frust ausgezogen. Der Abschluss-Hit
war, als unser Taxifahrer nicht ins Hotel durfte, um die Koffer herunter
zu tragen - wo bitte gibts denn sowas noch auf dieser Welt ??
Übrigens erschien 5 Minuten vor Auszug dann ein Hotelangestellter,
der die Mini-Bar füllen wollte - wie passend !!
Da wir das Zimmer ja eigentlich für 6 Tage bezahlt hatten, sind
wir am übernächsten Tag nochmals in die Hotel-Anlage gefahren,
um event. Formalitäten zu klären. Wir stellten dabei fest, dass
unser Zimmer bereits offenbar komplett geräumt und das Schloss gewechselt
worden war. Anscheinend ist ein Ersatzschloss in Cuba also weit einfacher
zu bekommen als ein Zweitschlüssel....
Laut Antwortschreiben von Tropicana ist dies jedoch "landesübliche
Mentalität". Das Hotel wäre "sehr bemüht, das
was wir (Tropicana Touristic) unter Service verstehen zu erfüllen".
Ironie_on: Beim "Bemühen" blieb es ja wohl auch !
Im übrigen "hätten wir die Mängel bei der Reiseleitung
vor Ort nicht angezeigt" - Schade nur, dass die Reiseleitung "vor
Ort" im 15 KM entfernten Havanna-Zentrum sass und das Telefon dort
nicht abgehoben wurde. Aber dieses Schreiben
der "Tropicana Touristic GmbH" in Frankfurt/Main passt auch wieder
bestens in mein Bild dieses verkorksten Urlaubs....
will ich nicht weiter schreiben. Obwohl ich wie bereits erwähnt
"Schlimmes" gewohnt bin, war auch hier wieder etwas Neues
zu erleben: Total durchgelegene Betten (offenbar aus den 50er Jahren),
mindestens einmal täglich Stromausfall für ca.
1 Stunde sowie undichte Wasserleitungen (man musste vor Benutzung der
Dusche oder der Toilette einen Haupthahn aufdrehen). Im übrigen ist
die Wasserversorgung sowieso Glücksache: Laut Aussagen der Bewohner
sind die Wasserleitungen derart marode, dass die einzelnen Stadtteile von
Havanna nur zu bestimmten Tagen reihum mit Wasser versorgt werden.
Das wird dann in den einzelnen Häusern in grossen Tanks gespeichert.
Sind diese Tanks leer, dann ist man total aufgeschmissen. Uns ist es mehrmals
passiert, dass wir weder duschen noch die Toilette spülen konnten
!!
viele "echte" oder sogenannte "Hobby/Urlaubs/Gelegenheits-Prostituierte".
Man erkennt sie meistens daran, dass sie einen
völlig schamlos und teilweise penetrant anmachen. Da sie entweder
kein Geld für einen Drink haben oder ihr eigenes Geld sparen wollen
(kommt auch sehr oft vor!) wird man mehr oder weniger schnell und hartnäckig
um einen Drink angehauen.
Das kostet dann je nach Disco und Drink so zwischen 1.50 und 6.00 Dollar.
Diese Frauen erzählen einem zuvor natürlich nicht, dass sie
Geld wollen - aber nachdem man den Drink bezahlt hat
kommen sie dann recht schnell auf´s Geld zu sprechen. Entweder
sind es "echte" Prostituierte oder (das kommt viel öfter
vor) Gelegenheits-Huren. Letztere haben meist einen ganz normalen Beruf
und sind zum "Urlaub" in Havanna. Mit ihren "Touristendiensten" bessern
sie offenbar ihr (klägliches) Jahresgehalt ein wenig auf.
Hähnchenflügel (Pollo Frito) mit einer "Art von Pommes"
(teilweise recht übel), Sandwiches, Bocadillo (auch eine Art Sandwich),
Hotdogs und Pizza. Die Pizza hat jedoch mit einer "normalen", italienischen
Pizza soviel gemein wie eine Kuh
mit einem Rennwagen. Ich würde die Pizza als lapprigen Teigfladen
mit Käse- und Tomatenaroma bezeichnen.
Dieses Essen ist im allgemeinen nicht sehr teuer (1.00 bis 2.50 Dollar).
Mit Ausnahme vom Strand (Playas del Este - ca.
25 KM von Havanna entfernt) wo besagte Hähnchenteile bis zu 6,50
Dollar kosten können !! Manchmal gibt es
auch noch "eine Art" von Hamburgern: Undefinierbares Fleisch mit vermutlich
90 % Brotanteil, bei Glück mit etwas
Ketchup oder/und Senf - ohne Salat oder sonstigem "Zubehör". Preise
ca. 1.00 bis 2.50 Dollar. Ohne Aufpreis mit
inbegriffen waren in meinem Fall ausserdem zweimal heftige Magenkrämpfe
und tagelanger Durchfall !
20 bis 80 % der angepriesenen Speisen oder Getränke momentan nicht
verfügbar.
Ich habe in den 3 Wochen Cuba-Urlaub runde 3 Kilo abgenommen. Und das
obwohl ich voller Verzweiflung auch am
5.ten Tag noch brav mein "Pollo Frito" ´runtergewürgt habe.
Obwohl ich Fast-Food a' la "Mc. Donald" in Deutschland
meide, habe ich bereits nach kurzem Kuba-Aufenthalt von einem Mc. Donald
Restaurant mit Salat und Rindfleisch
Hamburgern nur träumen können !
Nach 2 Wochen haben wir letztendlich ein italienisches Restaurant gefunden,
das bei akzeptablen Preisen (ca. 4 bis 6
Dollar für Pizza oder Nudelgerichte) eine halbwegs annehmbare
Qualität hart am unteren deutschem Standard lieferte. Ausserdem war
da noch eines von ca. 10 Chinesen-Restaurants im "Barro Chino" (Chinatown
von Havanna), das relativ
gute asiatische Küche anbot. Alle anderen Chinesen waren nicht
geniessbar: Es gab anstatt chinesischer Gemüse meist eine
Art Grünkohl, der in Suppen, Chop-Suey, etc. Verwendung fand.
Gewürze waren ausserdem ebenfalls nicht vorhanden - zumindest benutzte
keiner der anderen chinesischen Köche Gewürze.
Auch die privaten Restaurants, sogenannte "Paladares" haben wir probiert.
Jedoch auch hier sind nur mittelmässige Sachen
im Angebot gewesen. Viel schlimmer war jedoch auch hier wieder die
Abzockerei: Aufgrund schlechter Erfahrung hatten wir bereits zu Beginn
nach dem Preis gefragt. Es hiess 8.- Dollar für eine Platte (2 Personen).
Danach waren es dann jedoch
$ 8.- pro Person.
Auch das ist symptomatisch für Kuba: Überall wird versucht
den Touristen abzuzocken, egal ob am Strand (5 Stühle,
1 Tisch, 1 Sonnenschirm = 10 Dollar !) oder beim Taxifahren, Essen,
Disco, usw. Noch in keinem anderen Land dieser
Welt (auch in keinem anderen lateinamerikanischen) ist versucht worden,
mir derart unverfroren und frech das Geld aus
der Tasche zu ziehen.
Der Verdienst ist gering und in Dollar kaum der Rede wert. Alle "guten
Sachen" (Luxusartikel, Elektronik, Import-Kleidung
etc. usw.) kann man aber nur für Dollar kaufen. Das gibt einen
Teufelskreis, da nur (Schwarz)Taxifahrer, Bettler, Prostituierte, Hotelangestellte,
Zimmervermieter etc. an den Dollar ´rankommen. Alle anderen Cubaner
schauen in die Röhre.
Die Cubaner sind daher so geil auf Dollar, wie es der grösste
Kapitalist nicht sein könnte.
Ich kann dafür sogar ein gewisses Verständnis aufbringen.
Nur geht mir die Schamlosigkeit und die Art und Weise
mancher Cubaner - fernab jeder guten Erziehung - total gegen den Strich.
einem Cubaner angemacht zu werden. Angeboten wird vom Taxi über
Paladares, Chicas (Frauen), Cigarren, Privatunterkünften (Casa Partikular)
alles. Ausserdem ist ständig einer da, der "one dollar, please" sagt
(bettelt).
Entscheidend ist hier wieder die Art und Weise und die Häufigkeit:
Noch nie sind mir dermassen viele und hartnäckige Typen dieser
Art begegnet. Sie laufen neben einem her oder setzen sich ungefragt einfach
an den Tisch. Ein normales "Nein" oder Erklärungen warum man "dies
oder jenes" nicht braucht helfen oft nicht mehr. Man bekommt sie teilweise
nur mit derben Ausdrücken in Landessprache wieder los. Zweimal musste
ich sogar handgreiflich werden (und das bedeutet bei einem ruhigen Menschen
wie mir schon SEHR viel !!).
sogar ein Essen) bestellen. Insbesondere in den ersten Tagen ist uns
dies 2-mal passiert. Danach haben wir dann SEHR
genau zugehört, falls sich eine Frau zu uns setzte und mit dem
Ober sprach !
einer zerfressenen Mauer besteht und auf der Abends halb Havanna herumsitzt.
Baden kann man aber dort normalerweise nicht. Man muss sich also ein Taxi
nehmen und ca. 20 bis 25 KM östlich fahren. Das kostet je nach Verhandlungsgeschick
so ca. 15.- bis 20.- Dollar (Hin- u. Rückfahrt). Die Strände
heissen Santa Maria del Mar, Tropicoco und ziehen sich bis
zum Ort Guanabo hin. Im August haben alle diese Strände eines
gemeinsam: Viele hübsche Mädels und Heerscharen von italienischen
Sex-Touristen, die an diesem Mädels herumbaggern. Das gleiche gilt
im übrigen auch für die Diskotheken im
Ort Guanabo.
Anfangs dachten wir noch, dass wir uns in Guanabo eine Unterkunft mieten.
Nachdem jedoch ein dort lebender deutschsprachiger Spanier uns mit Preisen
von 60.- bis 65.- Dollar "gedroht" hatte, haben wir freiwillig das Weite
gesucht
und es vorgezogen die Taxigebühren "Havanna - Strand - Havanna"
zu zahlen.
Wie uns später aus zuverlässiger Quelle berichtet wurde soll
es jedoch auch Unterkünfte zu zivileren Preisen geben
(25.- Dollar). Vermutlich aber nur dann, wenn der Vermittler weniger
dollargeil ist !!!
Obwohl Cuba ja eine sehr niedrige Kriminalitätsziffer haben soll,
wurde mir wie bereits erwähnt schon nach kurzer Zeit
eine Sonnenbrille gestohlen. Ausserdem sind auch meinem Freund diverse
kleine Artikel (Nagelscheren-Set, etc.) aus
dem Zimmer gestohlen worden (private Unterkunft).
Mir persönlich wurde weiterhin versucht eine (dünne - nicht
sehr wertvolle) Goldkette herunter zu reissen: Ein Radfahrer
kam von hinten angefahren und riss im Vorüberfahren die Kette ab.
Durch eine Reflex-Handlung konnte ich die
Kette jedoch festhalten. Der Räuber radelte ohne Beute davon und
mir blieben ein defekter Verschluss und einige
schmerzhafte Kratzer am Hals.
als Ballerina in Santiago de Cuba und verbrachte bei einer Tante in
Havanna ihren Jahresurlaub. Sie hatte mich sogar in ihr Elternhaus in Santiago
eingeladen, wo ich kostenlos meinen nächsten Urlaub verbringen sollte.
Am fünften Tag stellte ich aber fest, dass in meiner Börse 20.-
Dollar von insgesamt 56.- Dollar fehlten. Das Portemonnaie hatte ich auf
den Tisch gelegt und zu dieser Zeit war nur sie im Raum gewesen.
Auf Ansprechen beteuerte sie glaubwürdigst und beschwörend,
dass sie mich nie und nimmer bestehlen würde und stülpte
zum Beweis ihre Taschen um. Ich gestehe mir einiges an Menschenkenntnis
zu und war in diesem Fall fast geneigt, ihr zu glauben. Nach rund 15 Minuten
weiterer Beteuerungen ihrerseits und nochmaligem Überlegen, war ich
mir jedoch endgültig sicher, dass nur sie das Geld genommen haben
konnte. Ich habe sie daher (mir tat es selbst leid !) mit Gewalt durchsucht.
In einer kleinen Seitentasche ihrer Jeans ertastete ich dann auch ein
Papier. Sie beteuerte weiterhin, dass dies ein "privates Papier" und kein
Geld sei. Ich blieb jedoch hartnäckig und förderte nach
weiteren 5 Minuten Geschrei und unendlichen Unschuldsbeteuerungen meine
vermissten 20.- Dollar aus ihrer Tasche hervor.
Interessant war nun ihre Reaktion: Kein Wort der Entschuldigung oder
der Reue ! Sie ging wortlos und mit gesenktem Kopf
zur Haustür, ich schloss auf und sie verschwand ohne auf eine
weitere Frage von mir zu antworten und ohne Gruss auf Nimmerwiedersehen..
Auch so etwas ist mir in den letzten 15 Jahren erstmalig passiert.
Bei einem Monatsverdienst von 180 cuban. Pesos (etwa
9 Dollar, selbst eine Ärztin verdient nur ca. 18 Dollar !) kann
man sogar für einen Diebstahl noch einen Hauch von
Verständnis aufbringen. Aber die Dummheit und Dreistigkeit der
Tatumstände sucht ihresgleichen. Ich habe es eigentlich
nur bemerkt, weil Sie selbst mich um einige Dollar gebeten hatte, um
Lebensmittel für uns einzukaufen. Wäre das nicht gewesen, hätte
ich irgendwann später vermutlich den Verbleib des Geldes gar nicht
mehr genau nachvollziehen können.
für ca. 1 Woche im Voraus zahlen, um diesen Preis zu bekommen.
Normal-Preis war wohl $ 40.- pro Nacht.
aller Häuser verfallen und sind in einem fürchterlichen Zustand.
Teilweise brechen die Häuser einfach zusammen und der
Schutt bleibt einfach so liegen. Andere Häuser werden mit Holzbalken
vor dem Einsturz bewahrt. Teilweise schon so lange, dass die Holzbalken
bereits von anderen (neueren) Balken gestützt werden müssen.
Wenn man durch die Altstadt Havannas wandert, dann kann man fast wütend
darüber werden, dass Kulturdenkmäler einfach so vor die Hunde
gehen. Es fällt alles in Dreck und Schutt zusammen oder rottet vor
sich hin. Bis auf wenige Ausnahmen wird nichts renoviert. Und wenn mal
renoviert wird, dann ist es teilweise schlimm: Glasbausteine und Hohlblocks
an Kolonial-Bauten ! Das sieht prima aus, Herr Castro.....
er gerade geht und steht. In Hafennähe steht z.B. eine kleine
Burg mit Wassergraben. Um diese zu besichtigen muss man
Eintritt zahlen (wie immer in Cuba...). Trotzdem bekommt es aber keiner
geregelt, den Abfallberg zu beseitigen, der sich
seitlich an der Burgmauer in mehreren Metern Breite bis in den Wassergraben
hinein zieht. Pfui Deubel sag ich da nur !
Die Scheiben fehlen oder sind durch Holz/Pappe ersetzt. Die Balkone
sind teilweise abgebrochen usw. In der Mitte des
Platzes hat man jedoch eine Baustellen-Toilette aufgebaut. Also einfach
mal ein Loch zum Kanal gebohrt (ohne Geruchsverschluss) und eine Plastik-Kabine
draufgestellt. Der Effekt ist je nach Windrichtung ein urinaler Pesthauch
der seines Gleichen sucht ! Noch schlimmer ist jedoch, dass die Benutzung
dieser Toilette Geld kostet.
Viele Cubaner urinieren einfach an die Säulen der Kolonialbauten.
Teilweise sind diese Stellen schon richtig braun-gelb
vor Urin und stinken erbärmlich. Überhaupt ist mir aufgefallen,
dass viele Cubaner ohne Rücksicht auf Verluste in jede
greifbare Ecke urinieren oder spucken. Ich kenne auch dies von anderen
Ländern, aber nicht in einem derartigen
Ausmass. An vielen Stellen Havannas stinkt es erbärmlich und an
den Abenden des "Carneval 98" am "Malecon" (Uferpromenade Havannas) ist
mir vor Uringeruch teilweise richtig schlecht geworden.
Auch ein sehr schöner (renovierter!) Kirchenplatz ist vorhanden
und in der Nähe ist eine nette Freiluft-Musik-Gaststätte.
Dort kann man es zu relativ zivilen Preisen aushalten. Schlimm ist
jedoch auch hier wieder die Dauerbelästigung durch
Bettler, "Vermittler" (Taxi, Frauen, Paladares usw.) und durch Gelegenheits-Prostituierte.
Wenn man vor der Gaststätte steht sind manche Frauen sogar derart
dreist, dass sie einem ohne zu fragen einfach den
Becher aus der Hand nehmen wollen um zu trinken. Nach kurzer Zeit schon
redet man freiwillig mit Niemanden mehr,
da das Ergebnis immer gleich aussieht:
Bei Frauen kommt (teilweise erst nach längeren Gesprächen
aber mit 98 % Wahrscheinlichkeit) immer die Frage nach dem Geld und bei
Männern soll man fast immer "einen ausgeben". Auf Dauer kann das ganz
unheimlich nerven....
Havanna gefahren. Dort mussten wir uns für eine Warte-Nr. anstellen.
Mit dieser Warte-Nr. haben wir uns dann erneut angestellt (Himmel hilf
!!).
Als wir nach rund 25 Minuten endlich an der Reihe waren, meinte die
Angestellte, dass wir nicht im Computer stehen.
Sie schrieb dann eine (mir völlig unbekannte) Hotel-Adresse irgendwo
in Havanna auf. Dort sollten wir uns bei einer
gewissen "Louisa" melden (Aha!). Das wäre die Verantwortliche
für unsere Reiseagentur. Auf mein Fragen hin ob man
dort nicht anrufen könne, sagte man, dass keine Rufnr. des Hotels
bekannt sei (???).
Ich blieb hartnäckig und wies auf die Telefonauskunft hin. Aber
auch dies sei angeblich nicht möglich.
sauer verdientes Geld) eine teure Taxirundfahrt in irgendein Hotel
anstellen werde. Ausserdem dachte ich mir, dass in
diesem Hotel mit Sicherheit kein CUBANA Airline Computer steht, der
eine Rückbestätigung meines Fluges ermöglicht
hätte.
Die Angestellte wurde daraufhin richtig ungehalten und meinte, dass
sie mir alles Notwendige gesagt hätte und es ihr egal
sei, was ich jetzt mache. Erst nachdem ich nun selbst nachhaltig ungehalten
(und lauter) wurde, gab mir eine Kollegin den
Tip mich an den Supervisor zu wenden. Hier wartete ich erneut 5 Minuten.
Der (weibliche) Supervisor suchte kurz im Computer - fand heraus, dass
mein Name/Vorname vertauscht worden war, und hatte nach wenigen Minuten
alles erledigt ! Diese Sache hat uns jedoch über 1 Stunde und reichhaltig
Nerven gekostet. Ausserdem wären wohl viele andere Urlauber
(mit weniger Hartnäckigkeit) auf eine teure und unnötige
Taxireise durch Havanna geschickt worden.
spät in Berlin beim Zwischenstop). Der Service war ein Spiegelbild
des Hinfluges (schlecht!). Und Gott sei Dank hatte ich
nicht die Zeitung gelesen, da am Vortag ein Flieger der CUBANA beim
Start von Quito nach Havanna verunglückt war.
Hätte ich das - und die echt haarsträubenden Umstände
dieses Flugunglücks - bereits beim Abflug gewusst, wäre ich wohl
nie in dieses CUBANA Flugzeug eingestiegen. Naja - ich bin heil in
Deutschland angekommen und habe die
Schreckensnachricht erst nach Ankunft lesen können.
Falls doch, dann hoffe ich, dass sich dort bis dahin
etwas geändert hat - und sei es nur dadurch, dass dieser Bericht
einige Leute zum Nachdenken anregt....
PS.: Achja ! Ein paar Sache fallen
mir da im Nachhinein noch ein:
Im Land des Tabaks und des Rums (Cuba) rauchen sehr sehr viele Einwohner.
Nur komischerweise hat ein Grossteil dieser Raucher offenbar kein Geld
um Zigaretten zu kaufen. Man kann als Raucher also problemlos 5 Packungen
Zigaretten am Tag "loswerden", da man in der Öffentlichkeit ständig
und überall um eine Zigarette "erleichtert" wird. Das ist aber übrigens
in anderen lateinamerikanischen Ländern genau so. Was mir noch negativ
aufgefallen ist, dass in keinem Restaurant nach dem Essen gefragt wurde,
ob es einem denn geschmeckt habe (haben die etwa meine Antwort vorausgeahnt
???). Auch ein Abschiedsgruss beim Verlassen des Restaurants ist leider
eher selten.
Positiv gegenüber anderen Ländern Südamerikas ist das
relativ hohe Bildungsniveau vieler Cubaner, sowie die offenbar
gute (und kostenlose ?) ärztliche Versorgung der Bevölkerung.
Aus diesen positiven Seiten ziehe ich als Tourist jedoch
leider keine Vorteile für meinen Urlaub....
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